Hochschuldidaktik Sachsen
00:00:08: Liebe Zuhörer, liebe Zuhöre.
00:00:10: Liebe Nora Huxmann.
00:00:11: herzlich willkommen im Podcast Trauvorhaus Leere sozusagen digital im Trau vor Haus der Hochschuldidaktik Sachsen.
00:00:18: wir freuen uns auf eine Podcast Aufnahme mit dir.
00:00:21: Nora.
00:00:21: schön dass du da bist.
00:00:23: sehr gerne freue mich auch.
00:00:26: Ich sage einleiten, nur mal zwei drei Worte zu Nora Huxmann.
00:00:29: Ein Grund warum sie heute hier ist vielleicht gar nicht der Grund aber einer der Gründe warum Sie heute zu Gast bei uns ist dass ihr letztes Jahr einen sächsischen Lehrpreis gewonnen hat.
00:00:38: herzlichen Glückwunsch noch einmal dazu
00:00:40: und
00:00:40: zwar für ihre Lehre an der TU Dresden.
00:00:43: Und ja, vielleicht sagst du gleich im Rahmen der ersten Frage am besten auch zwei drei Sätze zu dir selber.
00:00:49: Das kannst du besser als ich das kann und kannst dich ein bisschen vielleicht vorstellen in dem Sinne an welcher Fakultät und so bist du eigentlich indem Du auf die Frage antwortest was macht dann eigentlich gute Hochschullehrer für Dich aus?
00:01:02: Das hat mir meiner Fakultät jetzt erst mal nichts zu tun, obwohl das natürlich eine Fakulität ist in dem man gute Hochschulleere finden kann.
00:01:09: Aber was für mich gute HochSchulleere ausmacht, es tatsächlich Spaß zu haben daran und zusammen als Dozentin mit Studierenden Dinge entdecken können und rausfinden und verstehen.
00:01:22: Und
00:01:22: d.h.,
00:01:23: da gehört für mich ganz viel die Augenhöhe dazu.
00:01:26: Jetzt erzähle ich aber trotzdem, wer ich bin und wo ich herkomme.
00:01:29: Ich unterrichte Pflanzenverwendung in der Landschaftsarchitektur, bin damit an der Fakultät für Architekture und Landschaft angesiedelt und das ist toll weil wir da natürlich in der FAKULTÄT schon eine Interdisziplinarität haben was diesen Teil des Sachen entdecken, Sachen spannend finden, Sachen nicht immer schon wissen müssen sondern zusammen ergründen können.
00:01:51: natürlich sehr befördert.
00:01:52: Ja und an der TU Dresden hast du ja schon gesagt, damit wäre ich eingeordnet.
00:01:57: Genau.
00:01:57: aber jetzt ein bisschen mehr einordnen wollen wir für die dich nicht sehen, doch weil ich habe als erstes.
00:02:02: Als wir uns gerade digital gesehen haben gesagt wo bist du denn da?
00:02:06: ist das dein Büro?
00:02:07: und dann hast du gelacht und hast gesagt ne, dass es nicht mein Büro?
00:02:09: Das ist unser Projekt!
00:02:11: Wo bist du grade?
00:02:12: Genau das ist der Ort an dem unser Projekt arbeiten darf muss sich spezifizieren und das hat so ein bisschen Industriehallen Scham hier.
00:02:21: Es ist tatsächlich jetzt zuletzt gewesen eine Flüchtlingsunterkunft in Dresden und Architektur, der dieses Gebäude halt betreut.
00:02:32: Das jetzt gerade wakant war und er gesagt hat Mensch ihr habt doch irgendwie immer zu wenig Arbeitsraum.
00:02:38: wollt ihr da nicht euer Architektor Landschaftsarchitektür Studio machen?
00:02:42: Und unser Projekt in diesem Semester beschäftigt sich mit Theresien statt.
00:02:47: also das ist nicht hier vor Ort aber wir schaffen es darüber eben dass unsere Studierenden aus der Architek-Tour und Stadtplanung und die Studierenden in meinem Projekt aus der Pflanzenverwendung Landschaftsarchitektur eben gemeinsam in einem großen Raum arbeiten können.
00:03:02: Und darüber, dass sie dann wirklich in diesem Semester viel Zeit hier zusammen verbringen entstehen ganz andere Synergien, entstehen ganze andere Ergebnisse als wenn jeder so zu Hause vor seinem Rechner ist.
00:03:12: Damit sind wir eigentlich auch schon wunderbar.
00:03:14: im Übergang zu meiner Einstiegsfrage Der sächsische Lehrpreis den du erhalten hast würde ich dein studierend zentriertes Lernkonzept Wenn du das jetzt so auf den Punkt bringen müsstest oder darfst aus deiner Perspektive heraus, was passiert denn in deiner Lehre konkret ganz anders als vielleicht in so einer klassischen Architekturvorlesung?
00:03:35: Oder Pflanzenkundeverlesung die man jetzt so klassisch sich vielleicht anruh zweitausend vorstellt.
00:03:45: Ich glaube es gibt bis heute aber ich muss auch sagen dass Vorlesungen wirklich meinen Mitabstand wenig geliebt ist des Format Weil es ja immer so eine hierarchische Situation kriegt, ich stehe vorne und beheere euch mit meinem Wissen.
00:04:01: Und in den Unterrichtseinheiten wo ich tatsächlich Vorlesungen halten muss, da versuche ich das aufzulockern indem mich Menschen mit Süßigkeiten beschmeiße und versuche zum mit mir reden zu bringen.
00:04:13: aber dass wo ich ein Lehrpreis für bekommen ist tatsächlich so ein Projekt Und da sind wir in den Planungswissenschaften, sodass wir recht häufig so projektbasierte Studiengänge haben.
00:04:24: Wo man also einen Großteil der Credits pro Semester für ein Format bekommt, wo man Projektbasiert arbeitet.
00:04:34: Das kann man dann sehr unterschiedlich ausformulieren aber das ist meistens so dass man einen Ort hat an dem man eben versucht irgendwas zu tun und in irgendeiner Form zusammenarbeitet oder zumindest sich gegenseitig Feedback gibt.
00:04:49: Das ist sozusagen das klassische Projektformat Und das, wofür ich den Lehrpreis bekommen habe, hat gestartet mit so einem klassischen Lehrprojekt.
00:04:57: Dass ich aber entwickelt habe aus einer Forschungssituationen in der ich mich befunden habe und zwar ging es darum für eine Stadt im Strukturwandel in der Lausitz für Heujaswerda irgendwie zu überlegen was könnte so eine zukünftige Entwicklung sein?
00:05:12: Wie können wir mit dieser Schrumpfung dieser Stadt die extrem ist und die natürlich eine ganz andere stadtstrukturelle räumliche Situation die aber natürlich gekoppelt ist an der gesellschaftliche Situation.
00:05:25: Auch eine Überalterung der Stadtgesellschaft, auch an diese Problematik was machen denn die da bleiben eigentlich?
00:05:32: An diesen Orten?
00:05:35: das war sozusagen ein interdisziplinäres Forschungsprojekt an dem ich mitgearbeitet habe und wo ich die Studierenden quasi eingebunden hab.
00:05:42: also wir haben Partizipationen mit Bürgerinnen gemacht So von Anfang an immer mit dabei, haben selber Formate entwickelt und ausprobiert.
00:05:53: Immer begleitet natürlich und im Austausch aber so dass die wirklich selber wirksam werden konnten und wirklich mit Menschen vor Ort sprechen konnten Und das hat dann natürlich ganz andere Entwürfe.
00:06:05: Die haben wir dann auch noch gemacht am Ende des Semesters, aber es hat ganz andere Entwürfe informiert als wenn ich nur so an meinem Reisbrett sitze und mir überlege aus der Ferne was wohl an der Stelle gut passieren könnte.
00:06:19: Und die haben wir wieder zurück nach Heuerswerder getragen und vorgestellt mit den Menschen darüber diskutiert was ihnen daran gefallen hat und was nicht.
00:06:28: Was war für dich als Lehrende das schwierigste?
00:06:31: Ich kann das schlecht planen!
00:06:34: Das ist grundsätzlich
00:06:35: so das,
00:06:35: was immer eine Herausforderung ist und aufregend auch.
00:06:39: Also auch positiv besetzt aber eben auch dass was am schwierigsten didaktisch vorher zu planen ist weil ich nicht weiß was passiert.
00:06:49: Ich kann da hinkommen und habe einen Beteiligungsverfahren angesetzt.
00:06:53: es kommt keiner dann muss sich überlegen was machen jetzt?
00:06:57: Das hatten wir letzte Semester an der Schule, wo die Schülerin lieber doch bei schönem Wetter frei haben wollten und nicht mit uns über ihren Schulhof reden.
00:07:05: Okay oder was macht ihr dann?
00:07:07: Was wir dann machen ist dass wir darüber nachdenken, was das heißt und dass wir überlegen wie können wir das so interessant machen, dass wir sie doch noch kriegen und wohnen?
00:07:18: wann und wie machen wir das jetzt im Semesterverlauf.
00:07:22: Das ist uns in Heuerswerde allerdings nicht passiert.
00:07:24: da hatten wir also immer immer Regelbeteiligung und da haben wir das aber auch reflektiert.
00:07:31: Da gab es dann das andere Extrem, wo wir mit der Schule kooperieren wollten.
00:07:34: uns ist dann so ein Ja dass Wir sind ja nur eine Gesamtschule Das können hier nicht alle.
00:07:39: Wir geben euch nun die die irgendwie ein bisschen besser drauf sind was natürlich unserem inklusiven Gedanken völlig widerspricht Wo wir dann auch mit umgehen mussten.
00:07:49: also das heißt wir müssen immer so ein bisschen gucken Was passiert?
00:07:52: Wie kriegen wir das irgendwie aufgefangen, was wir vielleicht nicht erwartet hatten und wie können wir dann mit den Informationen tatsächlich umgehen.
00:08:01: Weil das Wichtige bei Partizipation ist ja dieses Gefühl der Wirksamkeit.
00:08:08: Ich habe da etwas erzählt ich habe etwas geteilt mit jemandem und jetzt passiert damit was?
00:08:13: Und in so sehr langwierigen Planungsprozessen haben wir immer die Problematik dass Echt länger dauert, als die Menschen eigentlich Aufmerksamkeitszeit haben.
00:08:22: Also müssen wir irgendwelche Zwischenformate finden, müssen irgendwie noch mal zurückgeben.
00:08:27: Hey!
00:08:27: Wir haben das gehört, wir haben das verstanden und wir haben es mitgenommen.
00:08:30: Das geht nicht – das machen wir jetzt damit.
00:08:33: Und ja, das mache ich sozusagen im Kleinen in der Lehrveranstaltung, indem ich auch das aufnehme was die Studierenden mitbringen, was sie wissen, was deren Sorgen und Nöte sind und im Größeren in diesen partizipativen Veranstaltungen natürlich auch.
00:08:50: Ich bin ja von Haus aus Bildungswissenschaftlerin und dementsprechend, das ist für mich ganz interessant.
00:08:56: Weil ich habe natürlich jetzt gerade dir zugehört und lege diese kompetenzorientiertes Lehren- und Lernenbrille drüber die mich immer umtreibt und die auch sehr unterstütze sich diese Brille immer mal aufzusetzen.
00:09:11: Und muss aber gerade dran denken dass es jetzt schon länger her auch durchaus Veranstaltungen mit Hochschullehrenden überhaupt Lehrenden an Hochschulen hatte, die dann sagten ja aber ich muss doch hier mein Fach wissen und die müssen doch ihr Fachkompetenzen bei mir erwerben.
00:09:27: Und all das andere ... Das soll ich jetzt auch noch unterrichten oder was?
00:09:32: Dass du grad wunderbar gezeigt hast dass du deine dein Fachwissen ja weitergibst, dass du die Kompetencen in der Fachlichkeit der Studierenden ... in diesen Projekten förderst und das natürlich ist dann auch auf einmal um emotionale Kompetenzen geht.
00:09:48: Was mache ich denn damit, wenn diese Schule... ...wir da was geplant haben?
00:09:52: Und was vorhaben?
00:09:53: unter ist niemand?
00:09:54: Was macht das mit mir als Studierender?
00:09:56: Was würde das mal später mit mir in einem Job machen?
00:09:58: Wie gehe ich damit um?
00:09:59: also... ...dann Sozialkompetencen ne?
00:10:01: Also was sind jetzt?
00:10:02: wie komme ich sozial an dieser Menschen ran?
00:10:05: Wie arbeiten wir da auch als Gruppe zusammen so?
00:10:07: Du hast es eigentlich gerade wunderbar mit Beispielen hinterlegt.
00:10:11: einfach ist, auf jeden Fall jetzt in unserem Gespräch oder vielleicht in der Theorie auch erst mal ist.
00:10:17: Diese Vielfalt von Lernprozessen die bei Studierenden stattfinden auch als Lehrende zu adressieren indem man zum Beispiel in so einem projektbasierten Format... Da passiert das ja einfach!
00:10:29: Das ist genau dann dieses natürliche Moment auch du weißt nicht und du kannst keine Schüler zwingen da hinzukommen oder du kannst auch nicht die Lehrer zwingt oder die Lehrerin dass die Schüler Und die Schülerinnen kommen, die du haben möchtest.
00:10:43: Also das finde ich ist... hast Du gerade wunderbar dargestellt.
00:10:45: vielen herzlichen Dank
00:10:46: dafür!
00:10:47: Ich glaube ja persönlich auch dass Lernen gar nicht anders geht weil Lernen ist hier immer eine Beziehung, die ich zu den Studierenden habe und ja die kann ich von vorne von meinem Pult haben während ich meine Vorlesung halte aber dann hab' ich die.
00:11:01: Die ist dann nur anders, als wenn ich mit dem am Tisch sitze und wir über was diskutieren und scribbeln und eine Problemlösung suchen.
00:11:10: Und deswegen glaube ich dass man diese Kompetenzen in irgendeiner Form sowieso mitvermittelt In jedem Format das man wählt und die sind dann unterschiedlich aufgehangen oder ausgeprägt vielleicht.
00:11:22: aber ich glaube eigentlich hat man das immer mitverhandelt.
00:11:27: Und ich glaube, je bewusster ich das mache und je mehr ich das reflektiere auch mit den Studierenden gegebenenfalls reflektieren, desto besser kann ich das aber auch nutzen um meine Fachinhalte mit
00:11:37: rüberzubringen.".
00:11:39: Was macht das denn mit den Studentinnen?
00:11:41: Also ich sage jetzt mal ganz platt sagen die wenn der Semester dann zu Ende war schön war es.
00:11:46: Frau Huxmann Ich warte auf meine Note.
00:11:49: haben sie ein schönes Leben?
00:11:52: oder baut man da auch, also ich für mich hört es sich gerade so auf als wäre da auch viel Beziehungsaufbau der nach einem Semester nicht vorbei ist.
00:12:00: Also dass ihr dann auch langfristig immer wieder Schnittmengen habt?
00:12:03: Nicht
00:12:03: sein muss genau!
00:12:06: Ich sehe das von meiner Seite.
00:12:08: natürlich isst er ja auch eine Hierarchie.
00:12:10: Ich bin ja die, die die Note gibt und das heißt ich mache Angebote und ich höre die Menschen auf Augenhöhe und am Ende des Semesters muss ich mich trotzdem hinsetzen und diese Note geben Und das ist eine Schwierigkeit.
00:12:21: Das macht dann ganz unterschiedliche Dinge mit den Menschen, die ja auch mit ganz unterschiedlichen Lernerfahrungen zu mir kommen.
00:12:27: und es gibt Menschen die kommen immer wieder, die suchen den Kontakt, die erzählen mehr hinterher wo sie landen im Beruf und habe ich dann auch so ein Netzwerk, wo ich dann andere Studierende mal hin verweisen kann?
00:12:40: Ja, wo wir uns weiter begegnen.
00:12:42: Aber es gibt auch welche die sagen dann das war eine super spannende Veranstaltung vielen Dank und auf Wiedersehen.
00:12:47: Und Es Gibt Auch Menschen Die Finden Das Eigentlich Nicht So Richtig Nett Dass Ich Mit ihnen Lieber Reden Will Als Vornstehen und Dutzieren weil sie eigentlich Lieber Da Sitzen und Rezipieren Wollen als in Dialog zu treten und dass ist glaube ich Einfach alles okay.
00:13:02: Also das ist so ein bisschen vielleicht mein Prozess gewesen für mich ganz persönlich, dass ich am Anfang das auch kränkend fand wenn jemand was doof fand oder auch schwierig fand.
00:13:12: Wenn Format nicht so ankam.
00:13:13: und inzwischen glaube ich ehrlich sagen zu können, dass sich Dinge nicht übeln nehme weil die Studierenden haben halt nicht nur meinen Kurs, sie haben auch noch andere Kurse.
00:13:23: Die haben noch ein Leben außerhalb der Uni.
00:13:25: Das kann mehr oder weniger herausfordernd sein zu jedem beliebigen Zeitpunkt.
00:13:30: Und das heißt, dass ich auch immer sage ihr seid erwachsen.
00:13:33: Ich mache Angebote.
00:13:34: Ihr könnt die annehmen.
00:13:36: Ihr könnte es auch lassen.
00:13:37: Es gibt ganz klare und transparente Regeln sozusagen, wonach am Ende diese Note entsteht, die ich ja nun machen muss.
00:13:47: Und dann sind die Studierenden, die das bestimmen Weil es gibt Leute, die haben dann Bock am Ende von der Woche Autumn School in Hoyerswerda mit mir zum Karaoke zu gehen im örtlichen Kulturzentrum.
00:14:01: Und es gibt leute, die sagen ne sorry lieber nicht und das ist beides völlig okay.
00:14:08: Und vielleicht ist der wichtige Punkt dazu auch noch diese Transparenz, die du gerade angesprochen hast.
00:14:13: Dass den Studierenden auch Transparens zu machen das das beides oder alles okay ist und dass sie untereinander das auch wissen?
00:14:19: Ja auf jeden Fall also weil ich glaube dass man da es ja doch auch diese Position Lehrende und Lernende gibt dadurch kann es halt auch schwierig sein, wenn ich zu sehr forziere dass man sich jetzt auch mal informell zusammensetzt weil es dann vielleicht gar nicht informell ist und weil das auch nicht entspannt ist.
00:14:40: Und weil er da überhaupt nichts seiner Anliegen anbringen will.
00:14:44: Das finde ich wichtig, dass das so ist.
00:14:46: Das ist genauso wie ich von mir persönlich erzähle an bestimmten Stellen inzwischen sehr bewusst.
00:14:52: als Mutter mit Beruf und der Schwierigkeit.
00:14:55: Wie kriege ich das hin?
00:14:57: bringe ich bestimmte Sachen von mir privat ganz gezielt auch mit ein in Gespräche, weil ich vermitteln möchte dass das was ist was Problem sein kann aber was vielleicht auch gehen kann.
00:15:12: Ich würde niemals meine Studierenden nach privaten Informationen fragen andersrum.
00:15:18: Wenn das jemand erzählen möchte immer gerne wenn ich irgendwas unterstützen kann sowieso Aber es muss halt keiner.
00:15:26: und das heißt, ich weiß auch nicht.
00:15:27: Wenn da fünfzig Leute in den Vorlesungen die ich auch gelegentlich halte vor mir sitzen dann weiß ich nicht ob zehn davon Kinder haben oder wer da irgendwie auf seine alten Eltern aufpassen muss.
00:15:37: nebenbei oder was weiß ich?
00:15:39: Es sei denn Sie haben das Bedürfnis mit mir darüber zu reden wie Vereinbarkeit funktionieren kann und dann reden wir darüber.
00:15:46: aber Die Lehre von Noura Huxmann scheint auch so auszeichnen uns würde ich zu sein weil Nora Huxmann weiß, dass das alles da sein könnte.
00:15:54: Dass da Leute sitzen könnten in der Vorlesung oder auch im Projekt sein könnten die gerade selber eine schwere Zeit durchmachen.
00:16:02: Die sich um Angehörige kümmern, die Kehraufgaben haben.
00:16:06: also all das alleine macht ja auch was mit allem auch in der Lehrplanung wenn man diese Diversität und es berücksichtigt, dass da eben viel auch Herausforderungen bei den Studierenden da sind, die man gar nicht alle weiß.
00:16:18: aber Das könnte alles im Raum sein oder im Projekt.
00:16:23: Ja, das ist für mich tatsächlich eine Frage dessen, dass ernst zu nehmen, dass das Individuen sind die da vor mir sitzen und das zu respektieren.
00:16:32: Das sind auch erwachsene Individuinen.
00:16:33: ich bin nicht in der Grundschulbildung Da muss sich manchen Sachen anders umgehen.
00:16:38: aber es ist tatsächlich so, dass ich mit dessen einfach sehr bewusst bin.
00:16:43: Und das ist ganz spannend.
00:16:44: meine Schwester und ich diskutiere viel mit ihr über die Daktik, obwohl wir ja ganz unterschiedliche Zielgruppen haben und sehr verschieden mit manchen Sachen umgehen.
00:16:54: Und ich lerne dabei aber auch immer wieder viel.
00:16:58: Das hat glaube ich dazu beigetragen dass ich das so klar jetzt differenzieren kann für mich und sagen kann Ja erwachsene Menschen und sie haben ein Leben und ich mag ein kleiner Teil davon sein Aber wieviel Raum Sie mir geben?
00:17:12: Das müssen die entscheiden nicht Ich.
00:17:15: Jetzt gebe ich dem Gespräch nochmal einen ganz anderen Faden.
00:17:18: Wir haben es ganz am Anfang schon mal gehabt, das Ganze ist entstanden aus einem Forschungsprojekt von dir.
00:17:24: Also jetzt sind wir bei dem anderen Leben auch Lehren da haben ja ein anderes Leben als nur... Ich gehe da jetzt neunzig Minuten in die Vorlesung oder ich gehe eine Woche in das Projekt davor danach und so passiert hier auch noch was du hast gerade gesagt Familie zum Beispiel aber Du hast auch noch Forschung und das ganze ist aus dem Forschungs-Projekt entstand.
00:17:41: magst du dazu nochmal etwas sagen?
00:17:42: Ja, das ist eben aus so einem kleinen Projekt in der Strukturwandelforschung entstanden.
00:17:49: Und insgesamt befasse ich mich aber in meiner Forschung viel mit dieser Frage was machen Stadtstrukturen für Menschen tatsächlich?
00:17:58: Und ich sehe Vegetation da.
00:18:01: Also, ich liebe auch meine Einzelpflanzen und kann dir auch irgendwie ganz viel zu jedem kleinen Kraut am Wegrand erzählen wenn du Lust hast zu hören.
00:18:09: aber ich glaube halt dass wir oft die Pflanzenverwendung viel zu wenig strukturell betrachten und ich habe auch ganz viele Kooperationsprojekte mit Menschen aus Psychologie in Medizin zum Beispiel wenn es um lebenswerte gesunde Städte geht Wenn's um Erholung oder auch Therapie in der Natur geht.
00:18:26: also das sind so großen Themen, mit denen ich mich in der Forschung rumtreibe und tatsächlich auch Campus-Studierenden leben.
00:18:34: Wie ist ein guter Campus eigentlich gemacht?
00:18:36: Und was macht denn das Campusgrün dazu?
00:18:41: Und wie können wir das eigentlich gut machen?
00:18:43: Das sind so die Themen, in denen ich in der Lohnend ist, das Lehren und Forschen eben nicht als zwei unterschiedliche Pole zu betrachten.
00:18:56: Ich meine wir reden ganz lange schon über das forschende Lernen, dass wir Studierenden ermöglichen wollen.
00:19:02: Das geht ja zum Beispiel in so Projektformaten und ich glaube aber auch, dass lehrende Forschen macht was anderes findet andere Synergien, Anknüpfungspunkte und kriegt noch mal einen frischen Input natürlich von Studierendern auch weil wenn man mal ehrlich sind dann kann erleben und meiner Wahrnehmung über Stadt- und Stadtstruktur bestimmte Dinge sagen, aber ich bin eben auch eine bestimmte Generation.
00:19:22: Und die ist sehr anders inzwischen als wie der Studierende ein ganz anderes Erleben, ganz andere Wahrnehnungen, ganz andre Bedarfe.
00:19:29: Das heißt wenn ich es schaffe das tatsächlich vermischt zu denken und in meinen Projekten zusammenzubringen dann glaube ich dass ich für beides einen großen Mehrwert habe.
00:19:40: Das ist, glaube ich ein ganz wichtiger Punkt.
00:19:42: und wer zu dem Thema Forschungsorientiertes Lehren und Forschungs- orientierte Lehre noch mehr hören möchte.
00:19:48: Es gibt eine Podcastfolge bei uns aus dem letzten Jahr.
00:19:50: da haben wir mit Wolfgang Deike und einer Kollegin von beide von der Humboldt Uni beziehungsweise von der Berlin University Alliance über Forschung orientierte Leere gesprochen.
00:20:02: das war Es ist eine spannende Folge, auch kurz und knackig, wer sich mit dem Thema was Nora gerade angerissen hat noch mal intensiver beschäftigen möchte.
00:20:10: Ich habe allerdings in dem Punkt, als du von deinem Forschungsprojekt erzählt hast, drüber nachgedacht.
00:20:15: Ich selber hab ja in Lüneburg studiert, als die Universität dort noch einfach Uni-Lüneburg hieß und nicht Leuphana.
00:20:22: Und ich habe dort angefangen zu studieren, einzeln über die Stadt verteilt auf einen Campus umgezogen ist und der Campus war vorher ein Militärgelände, also im Bundeswehrkaserngelände.
00:20:35: Und ich habe in meinem inneren Auge bin ich gerade mit dir einmal über den Campus gegangen
00:20:39: und ich glaube du
00:20:39: könntest wahrscheinlich zu mir der Campusstruktur und wie sich das gewandelt hat viel sagen.
00:20:46: und trotzdem sieht man dem Ganzen als ich auch das letzte Mal vor ein paar Jahren da war immer noch an dass es auch mal andere Nutzungen hatte.
00:20:53: aber das ist ja auch gut
00:20:54: so.
00:20:56: Also das ist ja auch sehr, sehr spannend.
00:20:59: Du hast mir am Rande der Lehrpreisverleihung oder auch als wir uns zu einem Vorgespräch getroffen haben erzählt, dass es in der Zwischenzeit auch so ist, dass mancher Studierende jetzt dabei den ersten Projekten dabei war und jetzt schon ins Team
00:21:12: gewechselt
00:21:14: ist.
00:21:14: Das heißt da gibt's dann im besten Fall ein rollendes System, das vielleicht irgendwelche Doktor arbeiten mit dranhängen oder Mitarbeit in Projekten?
00:21:25: Ja, auf jeden Fall.
00:21:26: Also einer meiner Mitarbeiter ist Studierender in diesem allerersten Projekt in Heuerswerder gewesen und wir machen dieses Semester wieder eins.
00:21:36: Wir fahren wieder zusammen nach Heuernwerde und werden auch da wieder mit Beteiligung versuchen einen ersten Klima heiden heißt.
00:21:46: er glaube ich das aus einem der Entwürfe gegen semester entstanden damals nicht aus seinem.
00:21:51: aber Das begleiten wir jetzt weiter und wollen das eben mit Menschen, die in der Kinder- und Jugendhilfe aktiv sind.
00:21:58: Und eben mit den Kindern und Jugendlichen in Heuerswerder weiter umsetzen.
00:22:02: Da freue ich mich schon
00:22:03: drauf!
00:22:03: Okay, das wäre nämlich meine nächste Frage gewesen.
00:22:05: Was macht ihr denn jetzt?
00:22:06: Weil geht ihr wieder nach Heuelswerda und was macht ihr in Heuswerda?
00:22:09: Okay da haben die Zuhörerinnen und Zührer jetzt schon ein bisschen gehört, was da in diesem Sommersemester passieren wird.
00:22:16: Und sind mit Sicherheit auch da.
00:22:18: genauso gespannt wie du es weitergeht.
00:22:21: Das hoffe ich.
00:22:22: Gerne nachfragen!
00:22:26: Ich habe häufiger in diesem Podcast mal, dass sich sage wenn wir so langsam zum Ende kommen.
00:22:31: eigentlich müssten wir uns im Jahr wieder treffen und weiter quatschen wie das eigentlich weitergegangen ist und was passiert ist oder auch mal nicht nur mit dir, sondern mit einem der Studierenden.
00:22:39: Oder vielleicht sogar jemand aus Heuerswerder, der von der Kinder- und Jugendhilfe beteiligt war und so also in diesem Podcast es ja immer vieles möglich.
00:22:47: Was
00:22:47: können wir uns gerne vornehmen?
00:22:49: Ist notiert herzlich gerne.
00:22:51: das war alles ein bisschen geframed.
00:22:53: als realabor erinner ich das richtig?
00:22:57: Das stimmt.
00:22:58: Würdest du das weiterhin so frame?
00:22:59: Ist das der Begriff, mit dem du gerne arbeitest?
00:23:02: Das ist einer, mit den ich gut arbeiten kann um dieser Tatsache dass wir nicht immer wissen was rauskommt sozusagen einen Namen geben zu können.
00:23:12: Ja
00:23:13: Reallabore sind ja auch in der Forschung beliebt.
00:23:15: also es gibt viele real Labore heutzutage fast überall.
00:23:20: Ich finde dadurch, dass wir In-Heuerswerder tatsächlich mit Menschen aus Heuers Werder und Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen aus der Uni Tatsächlich zusammen aktiv tätig werden, würde ich sagen können wir das schon so nennen?
00:23:33: und unser Hein wenn er denn gespannst wird.
00:23:37: Ja, ich würde das schon als Reallabor bezeichnen.
00:23:41: Deswegen weil wir ja aktiv vor Ort Dinge tun, deren Ergebnisse wir aber noch nicht wissen und ich glaube dass das ist was dieser Begriff sozusagen abbilden kann, dass wir Sachen versuchen und dass wir noch ein ungewisses Ende haben.
00:24:00: Ja, dieser weiterführende Prozess.
00:24:01: Wir sind jetzt seit zwanzig dreiundzwanzig in Heuerswerda mit ganz unterschiedlichen Formaten immer wieder tätig gewesen und deswegen glaube ich dass das sehr passend ist.
00:24:12: Das ist ein Begriff der ja auch in der Forschung aktuell sehr beliebt ist aber der das glaube ich gut abbilden kann was wir tun.
00:24:18: Genau da treffen sich Forschung und Lehre eigentlich auch wieder ganz gut weil die gleichen Begriffe nutzbar und verwendbar sind.
00:24:26: Ja, auch ganz neue Wege der Lehre damit ein bisschen eröffnen.
00:24:29: Das finde ich ist für uns aus Hochschuldidaktischer Perspektive auch immer spannend und... Die Frage ist, wann kommt auch noch mal die Struktur hinterher?
00:24:37: Weil in manchen wie macht man so Lehre und wie ist das klassisch abgebildet.
00:24:41: Wie wird das auch abgerechnet Und wie ist es im Modulbeschreibung?
00:24:44: Wie ist das aber für Lehrende?
00:24:46: da haben wir ein bisschen Luft nach oben.
00:24:48: Aber wir stellen natürlich auch fest
00:24:49: dass
00:24:50: viele Formate gerade dieses project based learning mit realer bohren arbeiten Forschungsorientierte Lehre auch andere Zeitfenster braucht, anderes miteinander arbeiten.
00:25:00: Auch den Rollenwechsel, den du so wunderbar deutlich gemacht hast zu Beginn dass du natürlich wenn ihr Projekt basiert arbeitest auch eine ganz andere Rolle in der Arbeit mit den Studierenden hast als wenn man vorne steht und den Studieren von vorne was beibringt.
00:25:15: meine erste Lehrerfahrung tatsächlich auch noch an einer Schule, dann ich komme auch aus dem schulischen Kontext war in Frankreich und da war es sogar so dass man vorne noch einen Podest hatte.
00:25:24: Also ich stand nicht nur vorne, ich stand auch noch vorne auf einem Podest was bei einer Körpergroße von eins zu zwei und sechzig ganz schön ist aber meinem didaktisch-methodischen Background natürlich überhaupt nicht entsprach und ich habe mich da sehr schwer mitgetan mich immer auf dieses Podest zu stellen und zu lernen.
00:25:41: gab der Raum das gar nicht her, weil er war... Das war auch fest.
00:25:43: Das war jetzt nicht nur so klein dahingestellt sondern es war sehr groß.
00:25:47: Liebe Nora wir sind schon ganz schön am Ende unseres Podcasts angekommen und haben so viele verschiedene Spotlights geworfen auf dein Projekt und auf deine Arbeit mit den Studierenden.
00:25:58: Vielen vielen Dank dafür!
00:26:00: Meine Abschlussfrage in diesem Jahr ist ja an alle Gäste Welche eine Veränderung in der Lehre hätte für dich dann das größte Transfer-Potenzial für die Lehre?
00:26:11: Und warum ist sie noch nicht Realität.
00:26:13: Hast du eine Veranderung?
00:26:15: Ja, ich habe mir darüber Gedanken gemacht im Vorhinein und bin mir nicht sicher ob ich das als eine Verenderung benennen darf aber weil ich mache es jetzt trotzdem Ich würde mir mehr Zeit wünschen und das schließt genau an was Du eben gesagt hast.
00:26:28: Mehrzeit hat auch so verschiedene Ebenen tatsächlich.
00:26:33: Eine davon ist mit dem schnöden Mammon natürlich belegt mehr Zeit meiner oder von Mitarbeitenden um Dinge zu betreuen wäre hervorragend, mehr Zeit aber auch um Sachen irgendwie zu zu entwickeln und uns abzubilden.
00:26:56: Also ich glaube, wir müssen eigentlich das Bildungssystem anders denken.
00:26:59: Dass Studierende sozusagen mehr aus sich heraus ihre Profile interessen.
00:27:04: Was habe ich für Vorwissen?
00:27:05: Was brauche ich noch eigentlich selbstständiger entwickeln müssten als im Moment in unserem teilweise sehr verschuldeten System?
00:27:12: Das kann ich jetzt nicht für alle Bereiche sagen aber ich sage mal für meinen kann ich sagen es ist ein recht verschultes System Und ich glaube, dass das eigentlich nicht mehr ist wie die Arbeitswelt von heute und morgen funktioniert.
00:27:27: Ich glaube, wir da diese Investitionen daran, dass Menschen eine eigene Haltung entwickeln und sich als immer weiter Lernende auf einen Weg begeben.
00:27:39: Das zu begleiten würde einen großen Unterschied machen.
00:27:44: Es kann kein besseres Schlusswort für diesen Podcast geben.
00:27:47: Vielen herzlichen Dank, liebe Nora, dass du dir von eurem Projektbüro aus, Projektarbeitsraum – ich weiß gar nicht wie es nennen soll – die Zeit genommen hast und mit uns geplaudert hast.
00:27:58: Sehr
00:27:59: gerne!
00:27:59: Liebe
00:27:59: Zuhörerinnen, liebe Zuhörer vielen herzliche Dank für die Aufmerksamkeit Und Sie alle wissen jetzt schon, Nora und ich unterhalten uns in ungefähr einem Jahr wieder Dann vielleicht noch mit einem Studierenden oder jemandem aus Heuerswerda.
00:28:12: Wir gucken mal und werden ein bisschen erfahren, was sich in Heuelswerder so getan hat.
00:28:17: Sehr schön!
00:28:18: Vielen Dank!
00:28:19: Gerne.