Hochschuldidaktik Sachsen
00:00:08: Liebe Zuhörer, liebe Zuhöre.
00:00:10: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts Trafuhaus Leere und ich begrüße ganz besonders Philipp Seitz.
00:00:15: Hallo Philipp!
00:00:16: Einen wunderschönen guten Tag.
00:00:17: Ich freue mich.
00:00:17: Danke für die Einladung.
00:00:19: Herzlich gerne an dieser Stelle.
00:00:20: auch noch herzlichen Glückwunsch zum Sächsischen Lehrpreis.
00:00:24: Wir sind zwar schon in Sächsenzwanzig aber wir reden nochmal darüber oder Anlass.
00:00:28: das Gespräch ist sagen wir mal so war dass du den sächsisch-lehrpreis letztes Jahr bekommen hast für deine Lehre Und da wollen wir gleich noch ein bisschen drüber plaudern.
00:00:37: Philipp Seitz ist Professor an der Dualen Hochschule Sachsen auf dem Campus Breitenbrunnen.
00:00:43: BreitenBrunnen, meine Sachsengeografie, ist auch nicht so stark.
00:00:45: Ist irgendwo im Erzgebirge richtig?
00:00:47: Auf jeden Fall!
00:00:49: Okay also da finden... Da finden wir dich auch gerade.
00:00:51: ne du bist aus Breitenbunden sozusagen zugeschaltet und bis dort im Fachbereich Sozial- und Gesundheitswissenschaften und soziale Arbeit.
00:00:58: Da werden wir mit Sicherheit auch drauf kommen weil der Lehrpreis damit auch viel zu tun hat.
00:01:03: aber bevor wir da genauer einsteigen.
00:01:05: Unsere klassische Einstiegsfrage, was macht eigentlich gute Hochschullehrer für dich aus?
00:01:12: Das ist eine sehr schwere Frage.
00:01:13: Das haben vermute ich schon viele an dieser Stelle gesagt.
00:01:16: Ich habe darüber nachgedacht über die Frage und habe mich dafür entschieden nicht die ganzen Dinge aufzuzählen, die mir zuerst eingefallen sind.
00:01:23: Okay das ist cool!
00:01:25: Nämlich Flipped Classroom-Modell und all die Dinge, die ich am HDS gelernt habe und in meiner Lehre beherztet, weil ich sie quasi philosophisch beantworten will denn wenn wir über gute Hochschulleere sprechen, dann liegt die Betonung glaube ich auf gut.
00:01:37: Und all diese Dinge, die mir eingefallen sind, die will ich nicht als Gut labeln sondern sie sind die Bedingungen der Möglichkeit für Hochschuleere würde ich sagen.
00:01:45: Als ich den letzten Podcast gehört habe, habt ihr darüber gesprochen dass das HDS auch erwachsen geworden ist und dass das die Perspektive auch verändert.
00:01:53: Und ich würde das annehmen und sagen, dass auch die Perspektive auf Hochschullehrer verändern muss.
00:01:57: Und eben auch auf diese Frage was gute Hochschulehre ausmacht?
00:02:00: Das können dann nämlich nicht mehr die Sachen sein, die die Grundverbausetzung seien sollten für Hochschuläre.
00:02:05: Deswegen gute HochSchulehren zwei Dinge und zwar Abenteuer- und Verzauberung.
00:02:10: Das sind die Dinge, die mir eingefallen sind weil ich finde, dass... Ich leere ja nun in Modulen, die sehr dröge wirken Aufstudierende im ersten Moment Was lernst
00:02:19: du denn?
00:02:20: Sag mal ein Beispiel.
00:02:21: Na also, vor allem in Ethik und in Philosophie.
00:02:23: Und das sind Dinge wo vielleicht angehende Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter nicht zuerst die Hushreien weil da keine Methode dahinter steckt sondern warum soll ich denn jetzt wissen was irgendwie kann sich ausgedacht hat?
00:02:34: Und dann ist es mein oberstes Ziel und meinen Anspruch an gute Hochschullehrer dass ich sie verzaubere.
00:02:38: Das egal welchen Inhalt ich in den Lehrraum hineintrage, dass es neben der Kompetenz unter Wissensvermittlung einen Moment gibt indem die machen aha oder wow oder uhuhu.
00:02:53: Genau und wenn das Ganze noch mit einem Abenteuer einhergeht, also mit einem abenteuer im Denken dass man vielleicht verwirrt wird oder dass man eingeladen wird in eine Sackgasse zu laufen ohne es zu merken und dann darüber überrascht ist, dass man sich hat die Sack-Gasse hineinführen lassen und das ganze als ein Abenteurer erlebt, dann finde ich wird gute Hochschullehrer dem Anspruch gerecht den ich versuche mit Leben zu füllen.
00:03:17: Okay, sehr, sehr spannend.
00:03:19: Ich hatte gerade schon super viele Gedanken im Hinterkopf, die ich jetzt gar nicht alle vor mir liebe.
00:03:23: aber wir werden mit Sicherheit in den nächsten Minuten noch immer mal zu deiner Verzauberung, aber auch vielleicht durch den verwirrenden Abenteuern oder wo man so ein bisschen auch manchmal nicht mehr weiß wie komme ich denn jetzt aus diesem Abenteuer wieder raus?
00:03:36: Vielleicht ist es manchmal auch so ein Labyrinth in das wir Studierende schicken und... Aber es macht dann eben auch Spaß, sich aus diesem Labyrinth wieder raus zu bewegen und da nimmt man vielleicht einiges mit.
00:03:48: Was einem auch noch in Erinnerung bleibt wenn das Studium schon paar Tage oder ein paar Jahre her ist?
00:03:55: Wie gesagt ich glaube wir kommen da gleich nochmal drauf denn ich habe nochmal die Laudatio zum Lehrpreis reingeguckt.
00:04:01: du hast den sächsischen Lehrpreist letztes Jahr bekommen für ein innovatives Lehrkonzept.
00:04:06: Da geht's vor allem eben auch darum Du hast es gerade schon als Methode angesprochen, Flip Classroom und ähnliches.
00:04:13: Die Studierenden vor allem sehr selbständig zu machen zum aktiven Lernen anzuhalten und da auch eine Nachhaltigkeit reinzubringen das ist nicht nur in dem Augenblick selbstständig und aktiv ist sondern ein langfristigen Effekt hat.
00:04:26: Wie muss ich mir das denn vorstellen wenn ich jetzt in deine Veranstaltung käme was passiert denn da konkret?
00:04:30: Und was ist da anders als vielleicht in der klassischen Vorstellung wie wir sie auf irgendwelchen alten Bildern in Geschichtsbüchern finden würden?
00:04:39: Ich würde sagen, es ist sowohl als auch.
00:04:40: Also es gibt diesen klassischen Hörsaal natürlich trotzdem und da kommen dann im ersten Semester auch einhundertzwanzig Studierende rein die ganz aufgeregt sind und es riecht ein bisschen nach Angst und nach Neuanfang für die Studierenden aber auch für mich.
00:04:53: Und dann haben wir schon am Anfang des Moduls das ich komplett umgestaltet habe Es geht hier um Geschichte und um Pro Bedeutung.
00:05:00: leider liegen diese beiden Themen in einem Modul.
00:05:02: Warum das so ist?
00:05:03: Das springt den Rahmen dieses Podcasts.
00:05:04: Wir müssen's einfach so akzeptieren.
00:05:08: Dann haben wir die klassische Hörsel-Situation, wo ich versuche, die Studierenden erst mal zu begeistern und für die Inhalte.
00:05:14: Also genau diese Abenteuerreise anzulegen.
00:05:16: Und das Abenteur liegt dann darin, dass ich irgendwann gemerkt habe, wenn ich das normal in der Vorlesung mache so wie ich es auch selbst erlebt habe.
00:05:24: Egal mit welchen didaktischen Finessen auch immer, die ich nicht erlebt habe – ich das jetzt ausstatte -, dass ich sie nicht erreiche!
00:05:30: Dass am Ende junge Menschen in einem Raum sitzen, ich sie zu einer bestimmten Zeit dazu zwingen muss sich mit bestimmten Dingen zu beschäftigen.
00:05:37: Da kann ich das flippen wie ich möchte.
00:05:40: Es brauchen anderen Zugang.
00:05:41: und da war der Zugang dass ich mir gedacht habe Geschichte ist doch sollte doch im besten Falle nicht sein was Ich ihnen vorne in eine Einbahnstraße präsentiere sondern etwas seien wo sie merken, dass es mit ihnen was zu tun hat.
00:05:56: Also muss ich's näher an sie ranrücken.
00:05:57: das war eigentlich der Ausgangsgedanke.
00:05:59: also habe ich die Einführung in die Geschichte der sozialen Arbeit an Orte gebracht, die die Studierenden größtenteils kennen.
00:06:05: Ich bin also im Erzgebirge aber auch darüber hinaus unterwegs gewesen hab eine Kamera aufgestellt, habe mich an historische bedeutsame Orte gestellt und habe dort über genau das gesprochen was ich auch um Hörseil mache und habe das dann inspiriert von YouTube-Videos von Menschen, die jünger sind als ich versucht in eine Form zu bringen.
00:06:23: Die näher an den alltäglichen Lebenswelten der Studierenden dran ist.
00:06:27: und diese Videos sind aber nicht der eigentliche Leerenhalt.
00:06:30: es ist eigentlich nur so eine Art Infotainment um sie für etwas zu begeistern um sie abzuholen da wo Sie sind.
00:06:37: und dann habe ich im quasi Prozess Moodle gestützt, für das selbstgesteuerte Lernen einen Kurs entworfen der aus ganz vielen unterschiedlichen Bausteinen besteht.
00:06:47: Die die Studierenden alle selbst auswählen und dann aus diesen Bausteinen Schritt-für-Schritt ins Licht.
00:06:56: Ihr erkennt es gehen!
00:06:58: Genau da sind digitale Exkursionen dabei, da sind Quizze dabei da sind ganz klassisch etwas Lesen, ein Exterpt schreiben und so weiter dabei.
00:07:08: Und das was es alles zusammenhält – und das ist das was Sophie Arbeit macht – sind die Lernstandsrückmeldungen.
00:07:14: also meine Aufgabe hat sich komplett verändert.
00:07:17: ich bin nicht mehr der Dud der vorne steht und redet und dann darauf hofft dass mir jemand eine Frage stellt sondern ich erkläre sozusagen das Fragenstellen zum Kernelement des Moduls.
00:07:29: wenn mir niemand fragen stellt dann passiert auch nichts.
00:07:33: Und das heißt, dass die Studierenden sicher sein können, dass egal ob sie mir ein Essay schicken oder diesen Quiz ausgefüllt haben oder mir eine E-Mail schreiben oder wir ne lange Nacht der Entstehungsgeschichte der sozialen Arbeit veranstalten und wir dann abends um ein zwanzig Uhr dreißig hier bei Popcorn sitzen und irgendein Film gucken und danach darüber diskutieren was das jetzt vielleicht mit der Entdehungsschicht der soziale Arbeit in der frühen Neuzeit zu tun hat?
00:07:54: Dass es immer einen Feedback gibt!
00:07:55: Und dass das Feedback nicht allgemeines sondern ganz konkret an den einzelnen Studierende gerichtet Das ist die Idee.
00:08:02: Das hört sich erstmal für mich tatsächlich nach viel Arbeit an, aber das hattest du mir auch schon gesagt, dass es auch nach einem anderen Lehr-Lernverständnis also dein anderes Verständnis habe ich jetzt schon sehr rausgehört.
00:08:15: wie gehen denn die Studierenden damit um?
00:08:17: Also weil sie ihr lernen auch... Es ist ja nicht nur dein Lehren was Du veränderst sondern du hast es in die Hand genommen das Lernen der Studierende maßgeblich anders zu gestalten.
00:08:27: sind die damit fein?
00:08:28: Also ich habe schon verstanden bei deiner Einleitung, das sehe ich ja auch häufig so.
00:08:32: Studierende kommen ja auch an die Hochschule und an die Universitäten weil sie auch Vorlesung haben wollen und auch jemanden haben wollen der Experte, Expertin des Faches ist und sagt hier Das sind die Themen und das müsst ihr jetzt auch lernen.
00:08:46: also das ist einerseits finden Sie es vielleicht nervig aber sie wollen's ja auch.
00:08:50: Und trotzdem hast du ja gesagt nach der klassischen Vorlesungen Geschichte Propedeutik dann eben auch oder sogar in dieser klassischen Vorlesung das an die Orte gebracht, wo es ist und mit deinen Lernstandsrückmeldungen.
00:09:03: Das hat für dich viel verändert aber auch für die Studis.
00:09:07: Was sagen die dazu?
00:09:08: Die sagen alles was möglich ist.
00:09:10: auf den ganzen Spektrum der Möglichkeiten habe ich ein Feedback, das wäre sonst geschwindelt wenn ich das nicht so sagen würde.
00:09:16: Alles bekommt... Es gibt natürlich Studierende.
00:09:18: fangen wir mit denen an, die davon total überfordert sind.
00:09:22: Und da sind nicht weniger.
00:09:24: Aber auch diese Überforderung ist etwas Produktives, weil ich dann in das Gespräch gehe.
00:09:30: In diesen Lernstandsrückmeldungen unter niemanden mit allein lasse und wir dann diese Überforderung so hoffe ich zumindest umkehren in ein in einer Volkserlebnis.
00:09:39: Weil dieser Vielfalt an Möglichkeiten in diesem selbst gesteuerten Lernen eine Lannerfachung zu machen die zur dem jeweiligen Studierenden der jeweilige Studierende passt.
00:09:49: Die ist sehr groß.
00:09:50: So dass am Ende und das kann ich den Evaluierung entnehmen alle diesen Moment irgendwo haben.
00:09:56: Natürlich ist die Dichte an solchen Momenten bei einigen höher als bei anderen, das liegt in der Sache und sofern gibt es dieses auf dem Spektrum von Möglichkeiten an Feedbacks, gibt es diese Feedbacks und auf dem anderen Ende des Spektrums gibt es aber auch ganz viel Lob-und Anerkennung dafür.
00:10:12: auch endlich ich kann selbst bestimmen.
00:10:14: Ich habe nicht dieses Gefühl, ich muss jetzt in diesem Hörsaal sitzen und das mit so einem Termin gemacht haben, sondern ich bin eher der Typ, der nach zum zweiten Essay schreibt und dann kann ich ihm das trotzdem abgeben usw.
00:10:23: Genau auf dem Spektrum spielt sich es ab.
00:10:24: Und dann dürfen wir aber ein was nicht vergessen, dass ist eine duale Hochschule, ne?
00:10:27: Das heißt wenn ich diese Vorlesung mache – und da sind ja klassische Vorlesungsinhalte trotzdem dabei die Modul für das her – Wenn die Studierenden einen Studium der sozialen Arbeit beginnen, Ich mache das jetzt seit neun Jahren.
00:10:41: Nicht die Erwartungshaltung, dass da jemand sitzt... ...jemand steht in einem Hörsaal und eine klassische Vorlesung über die Entstehungsgeschichte der sozialen Arbeit hält.
00:10:49: Die Gruppe ist sehr klein, die diese Erwartungen hat.
00:10:52: Das wäre jetzt an einer Fachhochschule oder an einer Universität ganz bestimmt ganz anders.
00:10:57: Sondern es ist eher ich bin mit dem Modul schon eine Herausforderung für dich Studierenden Und deswegen ist es glaube ich müssen wir's im dualen Kontext wirklich Hochschule denken sowieso, aber vielleicht mit der Betonung mehr auf schulisch.
00:11:12: Und das was ich mache baut glaube ich eine Brücke zwischen dem was die Studierenden in einem dualen Kontext mitbringen an Erfahrungen aus der Schule und erleichtert ihn glaube ich den Einstieg in die Hochschulle auch wenn es dual ist weil das Modul liegt ja im ersten Semester.
00:11:28: Ich würde es in der Form im vierten oder im fünften oder am sechsten nicht machen.
00:11:34: Okay!
00:11:34: Ich habe ganz viele Fragen.
00:11:37: Du hast gerade gesagt, du machst das ja schon ein paar Jahre an der Hochschule.
00:11:40: Wie kriegst du denn Rückmeldungen von den Studierenden wenn die dann eben im vierten Fünften und so weiter Semester sind oder vielleicht sogar in der Praxis?
00:11:47: Weil duale Hochschulen ist auch sehr stark auf Praxis und in der praxis arbeiten ausgerichtet.
00:11:53: Wie sind dann die Rückmeldungen von den Studierenden?
00:11:55: oder was bekommst du auch sonst mit, wo du sagst, ah okay dadurch dass ich sie da gechallengt habe und das wir dieses Abenteuer diese Verzauberung gemeinsam gehabt haben.
00:12:04: Haben gewisse Sachen dann auch anders funktioniert?
00:12:07: Auch bei Kollegen in der Praxis oder bei Kolleginnen?
00:12:11: Oder sind es eher so Rückmeltungen wo du denkst boah ich challenge die zwar ganz schön am Anfang aber das verpufft dann auch im Laufe des Studiums?
00:12:20: Das Schöne am leeren als Professor in einem dualen Studiengang ist, dass die mich nicht loswerden.
00:12:26: Okay!
00:12:26: Das heißt wir sehen uns im ersten Semester in diesem Modul dann sehe ich die im zweiten nicht und dann sehe Ich die im dritten auch nicht Und dann wären sie mich vom vierten bis zum sechsten Semester gar nicht mehr los.
00:12:37: okay das heißt Wir Sehen Uns Dann In Ethik und Professionsethik in Philosophie in verschiedenen Beiflichtmodulen in Sozialpolitik wieder Und das mache ich am Anfang auch gleich transparent.
00:12:48: Das heißt, dass wir miteinander einüben – also wirklich in dem Verhältnis zwischen mir als Lehrperson und den Studierenden ist etwas, was ich Ihnen von Anfang an transparent mache, dass es etwas ist, was das ganze Studium begleiten wird.
00:12:58: Insofern würde ich behaupten wollen – müsst ihr mich jetzt studieren befragen -, dass es diesen Verpuffungseffekt nicht gibt weil die merken okay, das ist für was gut!
00:13:07: Das ist jetzt nicht nur dieser Typ den wir überleben müssen im ersten Semester und danach können wir irgendwie normal studieren.
00:13:14: Genau, sondern der ist mit dieser Ideen integraler Bestandteil.
00:13:18: Und dann nicht nur ich als Person, sondern ich bin ja durchaus im Austausch mit anderen Kollegen und Kollegen in Studiengang.
00:13:25: Duales Studium heißt auch viele externe Dozierende.
00:13:27: Ich binde den Modulen in dem jetzt nicht wofür der Preis war aber in den Anderen ja auch viele Externe ein Und die sind ja alle Teil dieses gelebten Konzepts.
00:13:34: Das heißt, sie machen dann nicht das Gegenteil oder macht es ganz anders?
00:13:38: Sondern sind alle von diesem Geist den ich abversucht habe zu beschreiben auch diesen Teil davon.
00:13:43: Okay, jetzt ist schon eine weitere Frage, die du mir damit beantwortet hast.
00:13:48: Neue Fragen, die dazugekommen ist, hast du das eigentlich schon mal in unserem Journal publiziert?
00:13:54: Was denn?
00:13:55: gerade diese Zusammenarbeit mit den Kollegen.
00:13:57: Also, dass es eben ein Netzwerk von Kolleginnen und Kollegen ist, mit denen dann dieses andere Lehren-und-Lernen auch getragen wird, das es nicht eine One-Man Show ist?
00:14:06: Und dass es nicht einen Zauberer Philipp Seitz ist der da verzaubert sondern, dass er die Gesamtidee und eine Grundidee oder vielleicht sogar eine philosophische Idee ist, die ihr alle gemeinsam teilt hast du ja schon mal irgendwo veröffentlicht.
00:14:18: ich denke natürlich immer zuerst an unserer Journal.
00:14:21: Das ist ein ganz wunderbarer Gedanke.
00:14:22: Darin habe ich noch gar nicht gedacht, so ist es ja häufig, dass man die Dinge, die man einfach so tut als gar nicht so veröffentlichungswürdig erachtet.
00:14:30: also in dem Fall Modulverantwortung ist quasi was ganz normales an der dualen Hochschule weil eben diesen Theorie Praxis Transferdienste mal eingeschrieben ist.
00:14:37: das heißt jeder von uns der in der Verantwortung für Module ist hat mit externem Dozierenden zu tun und da sind ja in der Regel Praktiker und Praktikerin.
00:14:47: In meinen Modulen versuche Ich das natürlich.
00:14:49: Also wenn ich philosophie ... in der Modulverantwortung habe, versuche ich Lehrende zu finden... ...die im besten Fall sozialarbeitende sind und ein riesengroßes Herz haben für die Philosophie.
00:14:57: Gleichzeitig hab' ich aber auch Privattozenten... ...hab' mit ihr den Sofen im Modul- und versuche das sozusagen miteinander so zu verzahnen,... ...dass die Studierenden auch die Irritation darüber erfahren, dass beides möglich ist.
00:15:08: Das is aber meine Idee von Modul verantwortung,... ....die ich sozusagen in meine Module so reinlege weil ich ja beides im Herzen habe diesen... ...akademischen Werdegang, der von der Uni sozialisiert ist... ...und jetzt eben in dem Kontext duale Hochschule
00:15:19: arbeitet.".
00:15:19: Aber ich nehme das sehr gerne an, darüber kann ich mal nachdenken.
00:15:22: Ich finde es ganz spannend.
00:15:24: Vor kurzem habe ich jetzt so der kleine Exkurs ein Artikel gelesen, wo es darum ging dass wir wenig wissen zum Beispiel über die Methodiken wie Lehrende an Hochschulen und Universitäten lehren also was sie wirklich methodisch, wie Sie Ihre Vorlesung, Ihre Seminare, Ihre Prüfungen... Übungen, ihre Exkursionen methodisch ausrichten.
00:15:45: Und wo wir dann die Forschung zu dem Lernen der Studierenden und die Forschungszudem Lehren.
00:15:50: wie Unterrichten eigentlich Lehrende, die bringen wir nicht zusammen oft genug?
00:15:54: Und ich finde das ist nochmal ein spannender Punkt dieses auch was du gerade geschildert hast, wie du als Modulverantwortlicher diese this learning setting sozusagen strukturierst mit den Kolleginnen und Kollegen.
00:16:05: es finde ich eigentlich einen total spannenden.
00:16:08: Ein schönes Zottelprojekt, halt so mal Lust.
00:16:10: Mal wieder Lust auf ein Zottelprojekt hast du.
00:16:13: Du hast schon bisschen drauf abgezählt und erzählt wie du die Kolleginnen und Kollegen mitnimmst.
00:16:18: sag nochmal ein paar Sätze konkret dazu.
00:16:20: also wie muss ich mir das vorstellen?
00:16:21: weil ich konnte mir schon vorstellen dass es vielleicht Punkte der Momente, der Verwirrung auch bei Kolleginnen und Kollegen an der dualen Hochschule Campus Breitenbrunnen gab als du gesagt hast.
00:16:32: Und das ist dann ein Abenteuer im Denken was wir mit den Studierenden hier machen und es geht um Verzauberung neben Kompetenz und Wissen und um Aha-Erlebnisse und Verzaurern dass da schon auch der eine oder andere Akademiker, Akademikerin mindestens zuckt und sagt lieber Philipp Seitz, dann erzählt er noch mal bisschen mehr wie wir jetzt die Studierende verzaubern sollen.
00:16:52: Auf jeden Fall.
00:16:52: Vor allem betrifft das ja nicht nur den Bereich Lehre, sondern vor allem auch den Bereich Verwaltung.
00:16:57: Also ich habe hier verschiedene Dinge angestoßen in den letzten Jahren und denke immer gerne an einen Satz, den mir ein Verwaltungsleiter mal gesagt hat.
00:17:05: Da ging es am Rande auch um diese Idee die wir hier gerade besprochen haben.
00:17:08: Und da war stand der Vorwurf im Raum dass der Herr sei jetzt eine Online-Hochschule aus der Dualen Hochschule machen will weil weil ich Flip-Klassum-Formate vor sich habe, wir haben ja eine Präsenzpflicht an der dualen Hochschule.
00:17:21: Das heißt das ist schon auch immer eine logistische Frage wie man das gut hinkriegt.
00:17:24: also was die fest angestellten Lehrenden hier im Studiengang soziale Arbeit angeht dass es ein ganz... das hab' ich so in meiner Hochschulerfahrung noch nicht gehabt.
00:17:35: Wir sind ein kollegiales Team.
00:17:40: Da sitzen alle zwei wöchentlich zusammen an einem Tisch, trinken Kaffee und besprechen alles miteinander was den kompletten Studiengang angeht.
00:17:47: Wir sind im Austausch mit den Studierenden usw.
00:17:49: Das heißt da würde ich jetzt meinen Fokus für die Beantwortung der Frage gar nicht darauf legen weil das einfach... da macht irgendwie jeder Science aber alle macht gemeinsam sondern diese Irritationen von der du gerade gesprochen hast, die würde sich vor allem dafür in Stellung bringen wenn es darum geht die extern Lehrerinnen die ich eingekauft habe dann darauf zu committen, was wir jetzt gemeinsam mit dem Modul machen.
00:18:08: Weil vielleicht haben die auch eine andere Vorstellung am Anfang gehabt und da gab es ganz viel Irritationen.
00:18:13: aber es gibt einen mir ganz wichtigen Punkt wo ich gemerkt habe dass wenn ich das ganz klar und transparent mache, dass das eine große Überzeugungskraft hat und zwar geht's mir um Gerechtigkeit und Vergleichbarkeit.
00:18:25: Wenn ein hundertzwanzig junge Menschen soziale Arbeit in Breitenbrunn studieren und alle müssen ein Modul namens Philosophie belegen Dann kann das nicht sein, dass der eine Kurs bei uns sind die Studierenden in Kurse unterteilt.
00:18:39: Diese Kurse hängen an den Handlungsfeldern, in denen sie ihre Praxispartner haben.
00:18:43: Es gibt einen Bus, Jugendsozialarbeit, da sind die, die in der Jugendarbeit sind ein kurzes soziale Dienst usw.
00:18:48: Und dann muss ich ja diese Lehrenden in die Kurse zuweisen und es hat mich immer geärgert weil das ist nämlich dann wie in der Schule früher bei meinem Sohn.
00:18:56: Ja?
00:18:56: Dann hat man vielleicht Glück, weil das jetzt Studierende und Lehrbeauftragten im anderen Kurs nicht.
00:19:02: Also habe ich erst mal gesagt, ich will von dieser Struktur weg eine Person ein Kurs.
00:19:06: Sondern ich will das wir uns als Lernbegleiter verstehen und Lernbekleitende verstehen die alle gemeinsam mit dieser Krisengruppe von Menschen hundertzwanzig gemeinsam arbeiten.
00:19:15: Das heißt wir sind nicht mehr die Lehrenden, die da reingehen und unsere Inhalte festsetzen sondern wir gehen in die Lehre hinein und bieten uns als Begleiter an mit den Expertisen, die wir haben Und das sorgt ja erst mal für eine Irritation, aber gleichzeitig für diese externen Lehrkräfte.
00:19:32: Ja auch für eine Entlastung weil die sagen können okay cool ich muss also jetzt hier nicht den Professor mimmen der ich gar nichts sein kann weil ich bin nämlich ich habe nämlich ein vierzehstunden Job in irgendeiner Einrichtung der sozialen Arbeit und das sind keine Tätigkeiten wo man sechzehn Uhr nach Hause geht Wunderbar.
00:19:48: Denke ich nicht mehr dran, genau.
00:19:52: Sondern die freuen sich jetzt das ist die Rückmeldung vielmehr auf die Lehre weil sie wissen aha!
00:19:56: Ich bin eingebunden in dieses Netz kann vielmeher von meiner Expertise ausgehen, die ich wirklich mitbringe muss diese Seiten Ränder nicht bespielen, die vielleicht machen muss, weil das im Modulhandbuch steht?
00:20:08: Genau sondern ich binde es so zusammen und kann mich da auf die Modulverantwortung verlassen dass am Ende der Modulziel erreicht werden, weil alle da in ihre Kraft kommen wo sie auch eine haben.
00:20:20: Sehr cool!
00:20:20: Jetzt frage ich mich natürlich der Studierende, im Winter-Semester zu dir kommt und im Wintersemester vermute ich also ich weiß bei euch es ist ein bisschen anders organisiert aber trotzdem irgendwie September, Oktober zu euch kommt sein Praxispartner hat und dann in Geschichte unprobedeutig bei dir hockt und aus einer Realität kommt, dass ein Großteil seiner Schulzeit geht es mal davon aus.
00:20:43: Er hat ja auch noch keine Ausbildung gemacht weil er macht jetzt das duale Studium.
00:20:47: Schulzeit durchaus geprägt war von Corona-Pandemie
00:20:50: etc.,
00:20:51: sein Alltag durchaus... Ich bin sehr Stereotyp unterwegs ich weiß aber geprägt ist von einem sehr digitalen Umfeld von KI, AI was mit Kompetenzen oder ohne Kompetenz sehr genutzt wird andere Aufmerksamkeitsspannen etc.
00:21:09: Wenn du erzählst, was du mir gerade erzählt hast, ihr seid eher die Lernbegleiterinnen.
00:21:14: Ihr seid viel ... wenn von denen keine Fragen kommen dann könnt ihr auch keine Antworten geben weil die Fragen nicht da sind.
00:21:20: Ich sehe da so ein leichtes Gap und so einen durchaus eine Herausforderung das auch zu zu überbrücken.
00:21:28: Und ich habe den Eindruck in den letzten Jahren, was mir Lehrende so schildern ist das nicht unbedingt kleiner geworden?
00:21:34: Weil die Lebensrealität der Studierenden oder der Altersgruppe der achtzehn bis fünfzwanzigjährigen sich auch nochmal sehr verändert hat.
00:21:43: Zu der Zeit als wir studiert haben zum Beispiel oder auch Studium vor zehn Jahren ganz anders war als Studium jetzt.
00:21:49: und ich könnte mir vorstellen du hast gesagt Du bist jetzt neun Jahre da dass manches was du dir überlegt hast In den letzten jahren was du gemacht hast sich auch sehr schnell dann überlebt, nicht weil sich so radikale neue wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben haben.
00:22:04: Aber weiß ich das, dass Lehren und Lernen so schnell verändert?
00:22:10: Also vielen Dank für die Frage!
00:22:12: Das stimmt alles.
00:22:13: Es ist keine kleine Gap.
00:22:16: Ich weiß gar nicht ob man es noch als Gap bezeichnen kann... ein Weltenriss, der sich da wirklich auftut.
00:22:23: Der Philosoph an sich neigt zur Übertreibung und Sympathos aber in dem Fall ist es wirklich keine.
00:22:27: So empfinde ich es aktuell.
00:22:29: Wie gehst du mit den Weltenris um?
00:22:31: Oder wie würdest du den Weltonriss beschreiben?
00:22:33: fangen wir damit an vielleicht?
00:22:35: Also den Weltingriss kann ich erstmal ganz pragmatisch so beschreiben dass ich sagen kann wenn ich die Klausur nehme ... in Modulen habe schreiben lassen.
00:22:46: Und ich würde die eins zu eins so nehmen für die Matricle... ... für den Matricles ... ... dann würden achtzig Prozent durchfallen.
00:22:53: Ich kann nichts mehr von dem, was ich in der Lehre vor acht Jahren gemacht habe, inhaltlich mit der Textgrundlage,... ...die ich genutzt habe und mit den didaktischen Methoden, die ich genützt habe.
00:23:03: Wenn ich das heute mache, dann erreiche ich niemandem!
00:23:07: Und das ist eine Herausforderung, vor der ich als Geisteswissenschaftlicher in einem sozial- wissenschaftlichen Studiengang stehe.
00:23:11: Weil die Hauptquelle der Text ist und deswegen war ja die Idee es mit Videos zu machen.
00:23:16: Dann kommt aber jetzt die Rückmeldung.
00:23:17: Ja Herr Seitz also wenn das Video länger als zehn Minuten ist dann gucken wir das nicht an oder es kommt die Rückmehlungen.
00:23:22: Also doppelte Geschwindigkeit eigentlich immer weil sonst dauert das zu lange.
00:23:26: und jetzt rede ich ja sehr schnell.
00:23:28: und dann frage ich mich Ich habe eine sehr schnelle Auffassungsgabe.
00:23:31: Wenn ich, und ich hab das mal ausprobiert.
00:23:33: Mein Video und doppelte Geschwindigkeit angucke verstehe ich wirklich nichts.
00:23:37: Und diese jungen Menschen, denen ich nicht unterstellen möchte meinen aber dass sie das können.
00:23:40: Das meine ich mit Weltenriss.
00:23:42: Und dazu ist es glaube ich eine große Veränderung in der Haltung.
00:23:47: Ich würde jetzt nicht sagen, dass wir sterre Typen bedienen sondern ich würde sozusagen einen Idealtypus bilden.
00:23:52: Der Idealtypus ist so, dass der Studierende, der im Oktober bei Wir haben Hörseilsitzt Eine Haltung mitbringt die sagt Das ist okay, dass da jemand steht der mir etwas beibringen möchte aber irgendwie kommt er aus der Vergangenheit.
00:24:07: Da gibt sich ganz viel Mühe nah an mich ranzurücken weil ja irgendwie fancy Videos aufnimmt und war ja mit einer Lernplattform arbeitet und mir ganz viel Feedback geben will.
00:24:16: Aber das is eigentlich alles Schmus was der macht?
00:24:20: Weil eigentlich weiß ich... ...dass ich das gar nicht brauche denn ich habe die Welt in meiner Hosentasche Ich habe die welt auf einem Bildschirm Und alles Wissen was in dieser Welt ist habe ich immer bei mir.
00:24:31: Und egal, was der Typ macht.
00:24:32: Der will mir eigentlich die ganze Zeit sagen... ...dass ich dieses Wissen, was ich ja immer bei mir habe,... ...nicht nur bei mir haben soll sondern ich soll mit diesem Wissen irgendwas anderes machen.
00:24:41: Aber in mir drin ist so eine große Abwehrhaltung dagegen,... ...das das überhaupt notwendig ist weil ich komme doch total gut klar Herr Seitz.
00:24:49: Ich muss das doch gar nicht in mich reinnehmen.
00:24:51: Ich kann es doch einfach immer bei mehaben,... ....dass die große Herausforderung ist und da dieser Weltenrest für mich liegt.
00:24:58: Und ich habe auf diese Frage keine Antwort.
00:25:01: Ich versuche jetzt bestimmte Dinge.
00:25:03: Das ist aber in die Zukunft gesprochen, weil ich habe es jetzt im Oktober ganz massiv festgestellt, dass das so ist wie es gerade beschreibe.
00:25:10: Ich versuch jetzt zum Beispiel wieder sowas zu machen wie Close Reading und ich weiß gar nicht, wie ich mich dann dafür werden werde wenn ich in einem Stuhlkreis sitze, erwachsene junge Menschen dazu auffordere oder bitte, ich fordere sie nicht auf, ich bitte Sie ihre digitalen Endgeräte wegzulassen, gar nicht mitzubringen.
00:25:30: Ich habe auch eine Umfrage gemacht, die haben gesagt es ist okay.
00:25:32: Es muss nur vorher klar sein dass das an dem Tag stattfindet und wir müssen regelmäßig Pausen machen damit man ans digitale Endgerät gehen kann und es soll nicht länger als neunzig Minuten sein.
00:25:40: Okay!
00:25:41: Dann machen wir das und dann machen wir close reading weil es liest niemand mehr.
00:25:44: also ich habe das Gefühl dass die erste Reihe die sprichwörtliche die liest aber alle anderen lesen nicht.
00:25:49: Dass wir uns in den Stuhlkreis setzen und Texte wie früher im im Tutorium zur Kanvorlesung wieder Zeile für Zeile durchgehen und das gemeinsam lesen und so anschließen.
00:25:58: Dauert viel länger, aber anders weiß ich nicht wie Sie eine Erfahrung machen dass Wissen mehr ist als es verfügbar zu haben sondern das Wissen etwas ist was als Kompetenz in Ihnen angelegt sein muss.
00:26:12: Das ist eine Sache die ich versuchen werde.
00:26:14: Was die Videos angeht stehe ich von einem großen Rätsel.
00:26:16: Ich werde aus Zeitgründen das im Oktober noch mal so machen.
00:26:19: Ich weiß aber dass spätestens nächstes Jahr ich mir was anderes überlegen muss.
00:26:24: Also Aufruf an alle da draußen, die uns gerade zuhören.
00:26:27: Sollte noch jemand da sein der sich mit diesem Weltenriss den wir ja alle irgendwie wahrnehmen auch beschäftigen möchte hat er mit Sicherheit in Philipp und mir auch gerne gesehene Gesprächspartnern und Kolleginnen und Kollegen.
00:26:39: ich sehe Philipp grad nicken dass man ja auch gemeinsam mal gucken kann ob man ... noch zu Ideen kommen, weil ich denke das ist auch für die Hochschuldidaktikerin... ...die jetzt hier die Fragen gerade stellt ein großes Thema.
00:26:52: Wie gehen wir da in den nächsten Jahren mit um mit diesen Veränderungen?
00:26:54: Und wie können wir als Hochschuldidaktik dann die Lehrenden gut begleiten und mitnehmen,... ...die mit den Studierenden in dieser Rissituation arbeiten?
00:27:04: also bin ich spannend.
00:27:06: Ich glaube aktuell leider dass es erst mal kein Problem ist was ich lösen kann oder wo ich sogar einen Ich soll sagen irgendwie einen echten Impact haben kann, weil das schon eher anfängt.
00:27:20: Also wir müssen eigentlich didaktisch hoch zwei an die Menschen ran, die didaktische Arbeiten mit den jungen Menschen bevor sie in die Hochschule kommen.
00:27:30: Weil das was die da an Grunderfahrung mitbringen hat ja etwas damit zu tun warum Sie dann mit dieser Haltung die ich so wahrnehme dann vor mir sitzen.
00:27:39: Ich habe hier bei mir auf dem Schreibtisch grad das Buch liegen Reinventing Organizations und da ist dann immer auch das Beispiel, dass die Universität und die katholische Kirche ja ungefähr gleich alt sind so ungefähr oder jedenfalls zu den sehr langen bestehenden Organisationen schon gehören.
00:27:54: Ich würde Schule da auch mal mit rein nehmen.
00:27:56: ich fürchte wir sind alle sehr träge Systeme bis wir an dem Punkt sind, dass wir wirklich diese radikalen Veränderungen vornehmen und uns auf diese auf die jungen Menschen von heute und wie von übermorgen einstellen.
00:28:08: Da bin ich gespannt, wie lange das wieder der Weg ist und wie viel wir da noch mitgestalten können.
00:28:14: Ich hoffe, wir können es noch irgendwo mit gestalten jetzt.
00:28:17: Plaunern wir beide schon sehr lange?
00:28:18: Wir hatten das im Vorgespräch schon befürchtet dass wir beide hier auch ohne Probleme die neunzig Minuten oder die hundertachtzig Minuten voll kriegen würden bis einer von uns sagt, ich muss mal kurze Pause machen brauchen frischen Kaffee.
00:28:30: aber das wollen wir Ihnen und euch allen die Zuhör nicht zumuten.
00:28:34: deswegen kommen wir langsam zum Ende.
00:28:36: Abschlussfrage des Podcasts in diesem Jahr passt glaube ich aber auch ganz gut.
00:28:40: Und das mit dem Aufruf habe ich ernst genommen, auch wenn wir da Philipp noch eine Lösung haben.
00:28:44: Ich glaube sollten irgendwelche Kollegen sagen Mensch damal gemeinsam sich digital oder in Präsenz in Leipzig Breitenbrunn oder irgendwo mal für ne Stunde hinsetzen und gemeinsam dran denken kann nicht schaden um Lösungen zu finden.
00:28:57: Das ist auch unsere Abschlussfrage.
00:28:59: Sechsundzwanzig geht ein bisschen in die Richtung, welche eine Veränderung in der Lehre hätte für dich das größte Transformationspotenzial und warum ist sie noch nicht Realität?
00:29:08: Es ist ja kein Geheimnis, dass du mir vorhin gesagt hast, dass es die Frage sein könnte, die jetzt kommt!
00:29:12: Und das war also sprichwörtlich wenn ich zwei schlaflose Nächte bin wir auch jetzt gar nicht sicher ob die Antwort gut... Ich habe meine Disk geschrieben über Transformation.
00:29:25: Und ich war wirklich herausgefordert, was sage ich denn da jetzt?
00:29:27: Weil ich gerade wirklich verzweifelt bin, was diesen Weltenriss angeht.
00:29:31: Deswegen ist es eher eine Botschaft an mich selbst.
00:29:35: Ich glaube, ich will und möchte ... ... meine Lehre noch radikaler transformieren, ... ... noch mehr in die Irritation gehen... ...und meine Aufgabe noch mehr darin begreifen,... ...die Kompetenzvermittlung immer im Zentrum zu stellen, gar keine Frage.
00:29:53: Aber den Weg dahin noch, also genau in einer Gegenbewegung zu transformieren.
00:29:59: Eben jetzt nicht didaktischer zu werden und nur noch Close Reading zu machen und den Lernprozess noch mehr zu kontrollieren?
00:30:06: Nee ich würde eigentlich gerne aufgrund meines philosophischen Standpunkts eher mit noch einer radikaleren Freiheit in diese Prozesse hineingehen.
00:30:14: das bedeutet dass generative KI an allen Ecken und Enden in die Lern prozesse rein muss egal ob möchte oder nicht, weil es Teil des Selbstverständnisses und des Weltverständnisses der Studierenden ist.
00:30:25: Und dann – ich lese gerade etwas von, der heißt Hans Geislinger.
00:30:31: Der hat was ganz Verrücktes gemacht.
00:30:32: Er hatte in den Achtzigerjahren sogenannte fantastische Reisen gemacht in Berlin-Neukölln.
00:30:37: Das heißt da sind junge Menschen eingeladen worden wie auf so eine Art Ferienlager zu fahren?
00:30:42: Und das Ferienlag war aber quasi scripted Reality.
00:30:44: Das heisst die sind dann gefahren auf einen Bauernhof nach Bayern Und dann kamen Geräusche aus dem Wald, die klangen wie ein Dinosaurier.
00:30:51: Und dann haben diese zehn bis elf zwölfjährigen dort auf diesem Bauernhof gedacht.
00:30:55: im Wald wurden Dinosauer und mussten mit dieser Realität, die keine war umgehen lernen und haben natürlich total empowernde Erfahrungen gemacht in diesen zwei Wochen.
00:31:05: Das Verrückte an dem Konzept ist er hat es am Ende aber nie aufgelöst sondern die Kids sind zurück nach Berlin gefahren und waren wirklich der Bezeugung Da waren Dinosaurier, wir haben diese Knochen gefunden.
00:31:14: Das war ein Rinderknochen, solche riesen Großen und haben die quasi als Souvenir mitgebracht.
00:31:17: Und wir haben gegen die Dinosauria gekämpft.
00:31:19: Ich verkürze das jetzt stark!
00:31:21: Und das finde ich total faszinierend.
00:31:22: der hat total viel Schälte dafür gekriegt weil natürlich wie kann man denn als Pädagoge den Verantwortung sich nehmen?
00:31:28: Man weiß ja nie was das bei den Leuten dann anrichtet.
00:31:31: und ich denke es stimmt.
00:31:33: aber gleichzeitig denke ich Transformation leere.
00:31:35: ich glaube da will ich hin.
00:31:37: Ich glaube dass ist Brauch bei all dieser Weltenriss, von dem ich sprach mehr Emotionalität und mehr Abenteuer damit studierende Sehen was ihnen entgeht wenn sie die Welt meinen Zweidimensional erfahren zu können.
00:31:55: Und wenn das bedeutet dass ich mir scripted Reality Formate in der Hochschullehrer ausdenke.
00:32:01: Das heißt nicht die Irritation nur im Denken sondern wirklich als ein performativen Akt.
00:32:07: Und wenn das heißt, dass ich ein Schauspieler engagieren muss, der als Polizist in die Lehrveranstaltung kommt und ich damit eine Irritation erzeuge, die so einen Nachhalt hat, dass sie anfangen über Dinge nachzudenken, die ich anders nicht hätte erzeugen können.
00:32:19: Da denke ich gerade ins Offene!
00:32:20: Das ist das was sich die Veränderung, die für mich das größte Transformationspotenzial
00:32:25: hat.
00:32:27: Das ist ein wunderbares Schlusswort, ich lass das einfach so schön stehen.
00:32:30: Lieber Philipp vielen Dank für deine Zeit!
00:32:32: Die komprimierten Ideen aus all dem wofür du den Lehrpreis verdient bekommen hast, ihnen allen vielen herzlichen Dank fürs Zuhören.
00:32:41: und wenn sie Anregungen haben oder was wir hier mal plaudern sollen dann immerher damit.
00:32:44: Sie kennen die bekannten E-Mail Adressen an die Sie sich wenden können.
00:32:48: Tschüss bis zum nächsten Mal.
00:32:50: Auf Wiedersehen und ganz vielen herztlichen Dank.