Trafohaus//Lehre

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Hochschuldidaktik Sachsen

Transkript

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00:00:07: Liebe Zuhörer, liebe Zuhöhrer.

00:00:09: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts Trau vor Haus.

00:00:13: Lehre der Hochschule Daktik Sachsen heute mit Anna Zett.

00:00:16: Hallo Anna!

00:00:18: Ich freue mich sehr mit dir zu sprechen weil wir eigentlich viel zu selten Kolleginnen und Kollegen aus den Kunst- und Musikhochschulen zu Gast haben und du bist an einer dieser Hochschulen.

00:00:28: Magst du erstmal zum Warmwerten zwei drei Sätze sagen wer du bist?

00:00:31: Und was du bei euch an der Hochschool machst?

00:00:37: und arbeite an der HGB Leipzig seit drei Semestern in der Klasse für performative Künste.

00:00:45: Die ist Teil der Medienkunst, an der Hochschule für Grafik- und Buchkunst.

00:00:52: Und das ist aber trotzdem eine ganz besondere Klasse weil sie eben in dieser Hochschulle die sehr stark auf Bücher Bildproduktion fokussiert war, viele Jahre lang ist das wie so eine sehr, sehr physische Klasse.

00:01:08: Eine die den Körper reinholt und dadurch irgendwie auch ein bisschen anders funktioniert als andere Klassen.

00:01:14: Und die Medienkunst generell ist da ja wie so ne kleine, wie so ein eigenes... wie so n kleine eigene Kosmos in der Hochschule.

00:01:21: Und genau ich bin eigentlich ansonsten bildende Künstlerin und arbeite viel mit performativen partizipativen Formaten.

00:01:31: Ursprünglich habe ich als Filmemacherin angefangen und ich schreibe auch, hab so einen konzeptuellen Zugang zur Kunst.

00:01:40: Aber eben in den letzten zehn Jahren ist die körperliche Improvisation immer wichtiger geworden in meiner eigenen Arbeit.

00:01:51: Und so habe ich auch in meinen Lehraufträgen, die ich vorher gemacht habe eigentlich choreographischen Formaten gearbeitet.

00:02:00: Ich habe meine erste Lehre zum Beispiel, hatte den Titel Listening und das war in Sandberg Institute Critical Studies also es war auch ein Theorie-Institut eigentlich dort aber mit so choreografischen Methoden gearbeitet um zuhören als soziale Praxis zu erforschen zum Beispiel.

00:02:23: Okay spannend!

00:02:24: Du hast ja gerade auch berichtet, du hast schon länger Lehrerfahrung und bist schon ganz schön lange in der Lehre.

00:02:29: Was macht denn für dich gute Hochschullehre so ganz allgemein aus?

00:02:32: Also was sind so Eckpunkte auf die du versuchst immer zu achten wenn du unterrichtest?

00:02:36: Was sind da für dich die wichtigen Punkte?

00:02:39: also ich habe einige Lehrerfahrung jetzt aber zum ersten Mal auch auf so einer institutionellen Ebene und da lerne ich schon einiges dazu, was eigentlich Lehrer eben auch ist.

00:02:49: Das ist dieses ganze, diese Repräsentation einer Institution oder auch eine bestimmte Machtposition.

00:02:55: Und die hatte ich vorher nicht wirklich, fand ich als eine Person, die eingeladen ist für ganz konkrete Lehrinhalte Ja, eigentlich immer offene Lehrer.

00:03:06: Ich konnte immer unterrichten was ich wollte aber... Aber ich hatte sozusagen wie so einen Besuchstatus und da ging es sehr stark darum mit den Studierenden zusammen etwas zu erleben, zu erforschen und ein Prozess einzuleiten der aber ergebnisoffen ist Und jetzt habe ich ein bisschen mehr Verantwortung.

00:03:27: das geht schon auch dann eher darum Leute zum Diplom mitzubegleiten oder wirklich durch das Studium auch mitzubegleiten Und das ist noch mal was anderes als so einzelne Lehrformate.

00:03:40: Was mir aber wichtig ist und weiterhin wichtig ist, dass ich auch selber eine Lernende bin in diesen Prozessen, also dass ich nicht mich hinstelle und sage Ich habe hier ein bestimmtes Wissen, was ich euch unterrichte Also was sich sozusagen direkt auf direkten induktiven Wege kann man ja vielleicht auch sagen, heute gebe ich hab hier dieses Wissen und das möchte ich euch beibringen So gehe ich nicht daran und ich weiß, dass andere da rangehen.

00:04:07: Ich will das genauso daran gehen aber das ist eben nicht mein Ansatz.

00:04:12: Da

00:04:13: zockts ja bei mir schon wenn du sagst es gibt andere die da so ran gehen gehen wir noch davon aus, dass wir wissen einfach so eins zu eins weitergeben können an Studierende.

00:04:22: Und damit sind wir tatsächlich ja auch schon in unserer Kernfrage über die wir heute diskutieren wollen wie du die Beziehung zu deinen Studierenden erlebst?

00:04:29: In der Lehre und was trägt diese Beziehungen und was macht sie vielleicht auch schwierig?

00:04:33: aber bevor wir zu dieser Frage kommen oder vielleicht ist es eine ganz gute Einleitung kann man heute eigentlich noch so unterrichten das man sagt Das ist das Wissen, das bringe ich jetzt mit in meinem Kopf und in meinen Büchern und in meinem Computer.

00:04:46: Und das gebe ich euch jetzt so eins zu eins weiter?

00:04:50: Geht das überhaupt noch?

00:04:51: Also in bestimmten Feldern geht das ja schon weil zum Beispiel wenn ich an die performativen Künste denke da geht es natürlich auch darum bestimmte Praktiken zu vermitteln und bestimmte Dinge wirklich anzuleiten also zu sagen dass es so macht man das.

00:05:08: Das ist aber eine sehr praktische Lehrvermittlung.

00:05:11: Also er dies anleiten, wie gehe ich auch mit gewissen Materialien um?

00:05:15: Wie muss sich das bearbeiten sozusagen

00:05:17: oder mit meinem eigenen Körper die Techniken zu erlernen und natürlich ist das ein wichtiger Teil von Lehre Und es geht aber natürlich dann auch tiefer zu sagen dass ist eine Das ist die richtige Art und Weise Kunst zu machen so ist die richtige Haltung oder so.

00:05:34: ja das gibt's natürlich auch und sicherlich ist ein Teil meiner Lehre immer auch das, also dass ich ein bestimmtes Wissen weitergeben will.

00:05:43: Vielleicht tue ich es aber nicht so direkt?

00:05:47: Also bei mir geht es nicht unbedingt darum alles so direkt zu artikulieren um zu sagen Das ist richtig, das ist falsch und natürlich haben wir das auch in Frage gestellt Und ich würde noch nicht sagen, dass ganz viele Theorie-Duzierenden zum Beispiel heute noch so lernen.

00:06:05: So habe ich das auch nicht unbedingt erlebt.

00:06:06: in meinem eigenen Studium, als ich jetzt Theorie gelernt habe ging es immer darum zu diskutieren und verschiedene Perspektiven zu sehen.

00:06:16: Und sicherlich auch ja dazu angeregt werden selbstständig zu denken.

00:06:21: Aber trotzdem gibt es natürlich irgendwie innerlich wie so eine sehr unterschiedliche Herangehensweisen an Lehre und ein sehr unterschiedliches Verstätten von dem eigenen Wissen.

00:06:33: Und bei mir ist es eben so, dass ich viele Dinge durch eigene Gedanken erfahren habe und nicht von jemandem bekommen hab.

00:06:41: Deswegen kann ich das auch nicht so weitergeben!

00:06:45: Ich glaube, ich hab in mir auch sowas Widerständiges und wollte Dinge immer selber herausfinden.

00:06:51: Ich wollte mein Wissen mir selbst aneignen.

00:06:55: Und deswegen kann ich in der Lehre – oder tendiere ich in die Lehre auch dazu erstmal Wieso quasi Probleme?

00:07:05: Das hat Jule Flee, meine Kollegin, mir mal so gesagt.

00:07:09: Du stellst den Studierenden quasi wie Probleme zu lösen oder du gibst denen die Möglichkeit selber etwas herauszufinden.

00:07:17: Wie müssen wir uns das konkret vorstellen?

00:07:19: was für ein Problem hast du?

00:07:20: Erinnerung, also wir nehmen auf im Februar ist jetzt gerade aus dem vergangenen Wintersemester oder aus irgendeinem anderen Semester.

00:07:27: Wo du sagst so ein Problem habe ich dann da zum Beispiel den Studierenden gegeben und so arbeite ich dann mit denen daran um dieses wie arbeitest Du?

00:07:34: Wie ist Deine Beziehung mit den Studieren denn mal bisschen greifbarer zu machen für die Zuhörerinnen und Zuhörer?

00:07:39: Ich arbeite viel mit Gesprächskurs, also ein Score kann man sich so vorstellen.

00:07:45: Das ist wie eine Art Spielanleitung oder Spielanweisung die aber sehr offen ist.

00:07:50: Also die dann keinerlei Moderationen oder Anleitungen mehr braucht.

00:07:57: Es gibt einen Format zum Beispiel was ich jetzt in dem letzten Semester viel verwendet habe Ich habe zwei Buchstaben mitgebracht.

00:08:06: Ein U und ein O, die sind Teil meiner künstlerischen Arbeit.

00:08:10: Und ich hab dann einen Score formuliert der beschreibt dass alle Teilnehmenden können sprechen wenn sie sich auf einen dieser beiden Buchstaben begeben.

00:08:23: Auf dem o spreche ich eher aus der... zählenden oder auch analytischen Perspektive und teile etwas mit, mach einen Beitrag.

00:08:35: Und auf dem U ist mein Beitrag vielleicht eher eine Beobachtung aus der Gegenwart

00:08:42: oder

00:08:43: im Körper?

00:08:43: Da spreche ich eher aus dem Körper, aus dem hier und jetzt und auf dem O kann ich aus dem episodischen Gedächtnis erzählen.

00:08:50: Dann ist halt so die Frage was ergibt sich daraus?

00:08:52: Was erleben wir zusammen in diesem Raum?

00:08:55: Und da gibt es auch kein richtig und falsch oder für mich auch sozusagen keine Erwartung, keine ganz schnelle Erwartungen daran was jetzt hier passieren soll.

00:09:07: Aber es gibt wie so eine Art Kribbeln, was dann echt geht wenn etwas Interessantes passiert?

00:09:13: Wenn wirklich in dem Moment Studierende etwas artikulieren, was sie vielleicht für sich vorher so nicht artikultiert haben.

00:09:21: Wenn wir etwas erleben zu sagen wo ich merke das ist jetzt ein neuer Gedanke und mich interessiert mich interessier dabei zu sein.

00:09:29: Ich möchte dabei sein wenn Studierende Ideen haben und neue Gedanken zum Beispiel formulieren.

00:09:35: sprachlich Das kann aber auch auf andere Art und Weise passieren also körperlich austritt.

00:09:42: Ich fand es gerade einen schönen Satz, dass du gesagt hast, du möchtest dabei sein wenn die Studierenden Ideen haben.

00:09:49: Ist das vielleicht schon Kern der Beziehung?

00:09:52: Die Du mit Deinen Studierende in der Lehre versuchst aufzubauen und machst Du den Studierendern das Transparent, dass das Deine Rolle ist?

00:10:00: Ich denke da kann ich auf jeden Fall noch ein bisschen klarer werden also wie ich das formuliere was meine Rolle ist denn zum Teil tue ich das erst mal ohne es genau sozusagen.

00:10:09: aber Ja, ich glaube es wird jetzt in der nächsten Zeit weil ich diese Klasse zusammen mit Jule Fliel mache die auch eine Vertretungsprofessur hat und dadurch nochmal einer anderen Rolle ist.

00:10:21: Jetzt in dieser Zusammenarbeit werde ich das noch mal stärker artikulieren wollen dass wir auch einen ganz anderen Lehransatz haben der viel mehr darauf wirklich auf Unterrichten basiert.

00:10:33: und da merke ich es ist auch wichtig.

00:10:35: das nochmal zu artikulationen Das was ich tue was scheinbar wie so ein bisschen passiver ist, dass das aber nicht wie so unkonzeptuell oder so.

00:10:47: Oder dass das eine ganz, ganz bewusste Methode ist.

00:10:51: Dass die nicht einfach abwesend ist, sondern dass es eben ganz stark um die Präsenz geht und darum Räume zu schaffen, die erstmal in erster Linie Möglichkeiten räumen sind.

00:11:03: Das heißt ja vor allem auch in erstem Linien... Studierenden-Raum geben.

00:11:07: Das ist ja, finde ich in der Lehre auch immer eine große Herausforderung als Lehrendaar.

00:11:11: das mit Sicherheit was anderes in einer Meisterklasse oder kurz vom Diplom als wenn jemand im ersten Semester ist.

00:11:16: da muss man mit Sicherheit auch nochmal unterscheiden aber den Studierende Raum geben dass sie sich entfalten können mit dem was du gerade sagtest.

00:11:24: Wenn die dann ihre Ideen haben die können Sie ja nur zeigen wenn dieser Entfaltungsraum da ist Wie machst du das konkret?

00:11:30: Also ich bohre irgendwie noch weiter.

00:11:31: Wie muss ich mir das vorstellen, nimm uns mal mit ist das ein Raum der auch sonst leer ist außer dass die Buchstaben da sind von denen Du grad gesprochen hast und die Studierenden und Du?

00:11:42: oder wie muss ich mich das konkret vorstellen?

00:11:45: Unser Raum ist tatsächlich leer und es ist auch gut.

00:11:48: Ich habe auch wenn ich in anderen Hochschulen unterrichtet habe zum Beispiel eben diesen Theorie-Institut Oder dann auch mal eine Burkibichenstein.

00:11:57: Da hab' ich immer die die Stühle weggeräumt und die Tische weggerräumt, die da in den Räumen meistens standen.

00:12:04: Damit wir uns erstmal bewegen können.

00:12:05: Also das ist auch ein wichtiger Teil meiner Lehre dass wir zum Beispiel mit oder ohne Musik, dass wir körperliche Scores machen, das mit Stimme arbeiten.

00:12:13: Dass wir erst mal im Beziehung gehen miteinander auf nonverbaler Art und Weise.

00:12:18: Und je nachdem wie gut wir uns schon kennen sind es andere Übungen.

00:12:23: aber Ein, ja etwas was ich total gerne mache ist wie so zum Beispiel sich vorzustellen erst mal wenn man so ankommt vielleicht auch nach einer längeren Zeit sich nicht gesehen zu haben.

00:12:34: Dass wir uns mit im Kreis vorstellen mit nonverballen Signalen also nicht den Namen zu sagen.

00:12:44: Vielleicht kennen wir den schon aber der Name sagen es auch.

00:12:46: eine sehr wichtige Sache.

00:12:47: Also Wie gestalten die Namensrunde?

00:12:50: Beziehungen entstehen allein schon in der Namensrunde.

00:12:53: Sozusagen geht es einmal reihum oder machen wir zum Beispiel eine Namensbunde, die so funktioniert dass ich als meinen Namen sage und dann einen anderen Namen den ich kenne und das dann immer Kreuz und quergeht.

00:13:06: Also diese Details sind für mich total wichtig In dieser sozusagen was man auf Englisch immer so Facilitation nennt.

00:13:13: also Was für ein Raum schaffe Ich Für Die Beziehung Der Leute untereinander Und Dann zum Beispiel sich non-verbale vorzustellen, dann immer weiterzugehen.

00:13:24: Vielleicht auch zu summen oder zu singen und einen Raum zu schaffen in dem erst mal wieso der Körper ankommen kann?

00:13:31: Und man auch eine gewisse ... Ja, die oft halt singen

00:13:35: z.B.,

00:13:35: was Angstlösendes und Entspannendes... Da bin ich auf der Suche die ganze Zeit.

00:13:44: wie kann ich noch tiefer gehen damit?

00:13:46: Also im Sinne von wirklich anzukommen im Raum und wirklich dann diese Offenheit zu spüren.

00:13:52: Ah ja, hier sind Menschen die nicht vertrauen kann!

00:13:55: Und ich kann mich jetzt auch auf eine Reisensunbekannte begeben.

00:14:01: Das ist das was mich interessiert und... und dass es auch eine wahrscheinlich eine lebenslange ein lebenslanger Lernprozess selbst für mich.

00:14:11: Also ich finde es auch wichtig immer zu betonen Ich muss nicht nur weil ich in so einer Rolle als Lehrende bin oder den Raum halte, den Raum gestalte.

00:14:21: Ich muss nicht alles wissen und ich muss auch nichts anderes können aber ich muss offen sein für die Dinge die vielleicht Probleme machen oder die noch in eine andere Richtung gehen könnten, die noch tiefer gehen könnten.

00:14:34: Mir geht es ganz viel auch darum über Feedback zu lernen von den Studierenden und da keine Angst vorzuhaben.

00:14:41: auch selber manchmal ja dass ich keine Angst davor habe ist man, dass es auch Kritik geben kann an dem was ich mache.

00:14:49: Und äh ... Aber das, ja, dass mich nicht bedroht, sondern dass sich das wieso aufnehme und dafür Äh Interesse habe.

00:15:00: Ganz konkret, genau du hattest nachgefragt wie das im Raum aussieht?

00:15:06: Ja dann gibt's vielleicht ein Warm-up und dann gibt es einen Aufbau, je nachdem wir den Scoreweg gerade machen.

00:15:13: Okay.

00:15:14: Aber die diese Also wir haben auch Matten im Raum, jetzt in diesem Klassenraum.

00:15:18: Wir haben so Podeste die waren schon vorher da als ich begonnen habe und damit kann man dann auch wie so ja einen sozialen Raum schaffen der unterschiedlich gestaltet ist.

00:15:27: aber mit Tüchen arbeite ich zum Beispiel gar nicht

00:15:30: sehr schön.

00:15:30: Ich hab jetzt ein besseres Bild von dem Raum das wenn man noch nie in dem Raum war.

00:15:35: ich hatte vor kurzem die Chance bei eurer Partnerhochschule, wenn man so will in Dresden.

00:15:39: In einer Meisterprüfung, mündlichen Prüfungen also mündliche Prüfung Präsentationen mitzusitzen und ich habe gemerkt wie wichtig das für mich ist um zu verstehen Wie sieht Lehre an den einzelnen Hochschulen in Sachsen aus?

00:15:53: und nicht nur die Lehrveranstaltung, sondern auch die Prüfungsveranstaltung.

00:15:56: Das war für mich total schön, dass ich da an der HFBK in Dresden teilnehmen durfte.

00:16:00: Und jetzt bin ich dir auf jeden Fall schon mal dankbar, dass du mich gerade gedanklich ein bisschen mit in deinen Lehrraum genommen hast.

00:16:06: Wie gehen denn Kolleginnen und Kollegen damit um?

00:16:09: Wir haben jetzt viel über deine Beziehung zu den Studierenden gesprochen.

00:16:13: oder du hast berichtet wie du mit den Studienden arbeitest... Kollegen oder Kollegen damit rein.

00:16:19: Oder du hast erzählt, dass du mit einer Vertretungsprofessorin die gerade bei euch ist jetzt auch viel zusammenarbeitest?

00:16:26: Wie tauscht ihr euch da aus?

00:16:27: und ich hatte den Eindruck das dir das auch ein wichtiges Anliegen ist zu verstehen wie Lehren andere Kolleginnen und Kollegen und was macht das dann auch wiederum mit den Studierenden?

00:16:37: aber was macht es auch mit meiner Lehre?

00:16:39: Wie kriegen wir da einen guten Kreislauf hin?

00:16:41: Habe ich das richtig raus gehört?

00:16:43: Bei dieser Fritidungsprofessorin ist es auch wichtig nochmal zu erzählen, dass wir uns schon vorher kennen und dass ich auch mir war es sehr wichtig eine Person zu finden.

00:16:55: Nachdem Isabelou mit der eigentlich angefangen hatte zur Arbeiten aufgehört hat, dass wieder eine Person finden die auch ja mit der ich gut zusammenarbeiten kann und mit deren Arbeit ich was anfangen kann.

00:17:08: Und sie kommt aus der Choreografie und aus dem Tanz arbeitet mit der Stimme und das finde ich sehr, sehr interessant.

00:17:17: Und gleichzeitig merke ich mehr und mehr in dieser Zusammenarbeit dass eben auch aufgrund ihres ganz anderen beruflichen Hintergrunds oder ihrer eigenen Ausbildung hat sie eine ganz andere Vorstellung von Lehre Und das ist sehr interessant, weil sie eben tatsächlich aus einer Tanzausbildung kommt.

00:17:35: Sehr viel stark.

00:17:37: Eben genau dass sozusagen wie so Techniken vermittelt werden und wo es auch wirklich einen richtig und falsch gibt.

00:17:44: Ich habe das nicht gelernt ich hab keinerlei solcher Ausbildung erhalten und habe deswegen eine ganz andere Vorstellung davon.

00:17:53: Ja!

00:17:54: Und ich habe mich auch wenn ich in solchen Kontexten bin dann gibts... in mir immer wie so einen gewissen Widerstand.

00:18:02: Und ja, das ist einfach sehr interessant und gleichzeitig hat sie auch ein Interesse für meine Art und Weise zu lernen.

00:18:10: Wir haben ein gegenseitiges Faszination dafür.

00:18:16: Auch da würde ich jetzt nicht sagen es gibt richtig und falsch oder so.

00:18:19: aber wir merken dass es zum Beispiel schwer ist zusammenzulehren weil das eben so ganz unterschiedliche Ansätze sind.

00:18:26: Und jetzt haben wir uns zum Beispiel entschieden, dass wir eher dann beiden Arten und Weisen zu lernen so einen eigenen Raum geben.

00:18:35: Dann nicht in die Quere kommen mit diesen unterschiedlichen Lehransätzen.

00:18:39: Kommt ihr euch in die Queere oder habt ihr das Gefühl, dass ihr bei den Studierenden in den Köpfen in die queere kommt?

00:18:45: Das weiß ich gar nicht!

00:18:46: Es ist eine interessante Frage.

00:18:47: also es gab irgendwann mal so ein Moment wo aus der Klasse So ein Stressmoment kam und artikuliert wurde, es gibt wohl einen Konflikt zwischen euch.

00:18:58: Das war nicht interessant weil das kann natürlich vorkommen aber auch gerade in so Rundgang-Vorbereitung wo alles ein bisschen stressig ist.

00:19:05: und ja vielleicht stört das auch diesen Lernprozess der Studierenden wenn da sozusagen zwei sehr unterschiedliche Konzepte zusammengehen beziehungsweise ich weiß nicht

00:19:18: Vielleicht muss ich deine Studierenden mal einladen und fragen.

00:19:21: Genau, auf jeden Fall

00:19:22: nie dazu einfach fragen.

00:19:24: Da gibt es sicherlich auch Dinge die ich jetzt nicht weiß von denen ansetzen aber... Nee, ich finde das einen interessanten Prozess und ich glaube auch dass ich mich da aber generell auf wie so einem Weg befinde der viele fallen und Widersprüche bürgt.

00:19:44: Denn natürlich ist es einfacher erstmal diese Rolle einzunehmen zu sagen weiß, was ich weiterzugeben habe und ich leite die Klasse oder organisiere das jetzt hier so-und-so.

00:19:55: Und es muss sich manchmal auch machen weil ich einfach diese Rollenerwartung hab' ich ja auch.

00:20:03: Oder diese Rollerwartung wird ja auch an mich gestellt dass ich etwas organisiere und zusammenhalte.

00:20:08: Das ist teilweise vielleicht diesem sehr offenen, manchmal ein Weg steht... Was aber sozusagen Also was ich auf jeden Fall in den letzten Jahren gelernt habe, ist dass diese inhaltliche Offenheit und dieses wirklich sich einlassen.

00:20:26: Auf einen dialogischen Prozess und auf ein gemeinsames Erfahren das dann safe oder sicher ist wenn der Rahmen sehr klar gesteckt ist.

00:20:38: also Wenn ich dafür Verantwortung übernehme wann es beginnt und wann es aufhört und was so die Settings sind in erster Linie dafür verantwortlich bin, kann das was da drin geschieht sehr offen sein.

00:20:53: Und das widerspricht dann auch nicht unbedingt der Rolle die ich ja dann auch gleichzeitig habe mit so bestimmten administrativen Aufgaben oder prüfen und anderen Dingen die nur ich tun kann, die die Studierenden eben nicht tun können denn wir sind ja nicht auf einer Ebene.

00:21:12: Ja, wenn man sich der Sache aber bewusst ist und das im besten Fall auch transparent mit den Studierenden hat.

00:21:17: Dann ist ja viel möglich in dem Raum, den du zur Verfügung stellst.

00:21:21: Unser Raum ist jetzt tatsächlich schon fast vorbei.

00:21:24: Wir haben jetzt schon eine ganze Zeit über die Beziehung zu deinen Studierende, aber auch Beziehungen mit Kollegen wie man ...

00:21:30: Wie du

00:21:31: deine Lehrräume gestaltest gesprochen?

00:21:34: Und unsere Abschlussfrage in diesem Jahr ist Wenn Du eine Veränderung hättest für die Lehre, die großes Transferpotenzial hat.

00:21:44: Was wäre das?

00:21:45: Hast du irgendwie eine Sache wo du sagst, wenn die Hochschulen doch endlich mal diese eine Sache machen könnten, das hätte echt Potenzial was zu verändern in der Lehre.

00:21:54: Wo ich davon ausgehe es bräuchte das vielleicht brauchst du ja auch gar nicht.

00:21:57: Ja doch also es gibt sehr viel Veränderungsbedarf glaube ich.

00:22:02: Was

00:22:03: wär das einer wo du sagen würdest, wo du für kämpfen würdest oder auf die Straße gehen würdest für die Veränderung in der Leere?

00:22:09: Ja, das ist halt vielleicht so eine Offenheit dafür.

00:22:17: Ich würde es mal anders formulieren.

00:22:20: Das wo für ich kämpfe an der Hochschule – das kann ich vielleicht ganz klar sagen – dass die Leute, die Verantwortung tragen, Räume schaffen in denen wirklich erstmal Freiheit des Gedankens und des Gefühls realisiert wird.

00:22:43: Wir haben ganz stark Diskussion an der Hochschule zum Thema Partizipation und Demokratie, da rutschen wir oft ab in so administrative Ideen von Demokratie also dass sich Studierenden mitentscheiden sollen wie die Hochschul organisiert wird und ich glaube das ist gar nicht unbedingt Das Interesse der Studierenden, es gibt eine andere Sehnsucht nach Partizipation.

00:23:14: Der Wunsch danach gehört zu werden und das heißt die Hochschule könnte noch viel mehr ein Raum werden in dem Zuhören praktiziert wird zwischen Studierendinnen aber auch zwischen Studien und Lehrenden uns auch zwischen der Verwaltung.

00:23:34: Es gibt wenig Zuhören und es könnte viel mehr davon geben.

00:23:40: Hast du eine Annahme, warum das noch nicht Realität ist?

00:23:43: Hast du Vermutung?

00:23:44: Wir haben ja einerseits eine neoliberale Gesellschaft in denen alle ständig auf ein eigenes Fortkommen orientiert sind was uns keine Ruhe lässt.

00:23:58: Kein Raum!

00:23:59: keine Raum und keine Ruhe lässt, wirklich sich für andere zu interessieren oder für das Unbekannte zwischen den Menschen erstmals interessieren.

00:24:11: Und dann haben wir natürlich auch viele Lerende die nur wenig da sind und die sich kaum vor Ort treffen sondern die nur in ihren eigenen Lehrformaten sind aber von den anderen Lehrformatten nichts mit bekommen.

00:24:24: Und wir haben auch kein Café zum Beispiel, wir haben wenig soziale Räume an der Hochschule in denen man sich wirklich begegnen kann.

00:24:34: Ja und es gibt aber auch Angst vor Demokratie.

00:24:38: Es gibt...und die wächst und ich glaube aber das dass wir gerade an Hochschulen mit ihnen eine wunderbare Chance haben auch Demokratie zu praktizieren mit Leuten die eigentlich oftmals sehr offen engagiert und ideenreich sind.

00:24:55: Und das ist eine wunderbare Chance, weil junge Menschen haben ja Lust mitzugestalten, die Zukunft mitzugesteiten... ...und dort kann man Demokratie üben wie vielleicht nirgendwo

00:25:06: sonst.".

00:25:08: Was für ein wunderbares Schlusswort!

00:25:10: Wir hatten heute hoffentlich also wir hatten Raum mal drüber zu reden und dass andere Wer sich für das andere, für andere zu interessieren.

00:25:20: Vielleicht auch für eine andere Art von Lehre.

00:25:21: Vielen Dank Anna dass du uns einen Blick in deine Lehre und deine Arbeit mit den Studierenden gegeben hast.

00:25:27: Und damit schließe ich die Folge für heute!

00:25:29: Auch schon wünsche einen... Ich hoffe, alle hatten viel Freude und einige Inspirationen beim Zuhörenden.

00:25:35: Und nehmen sich jetzt vielleicht auch die Zeit das noch ein bisschen weiterzudenken für Sie anstatt gleich in den nächsten Termin zu rauschen oder sich an die nächste E-Mail zu setzen oder die nächste Lehrveranstaltung vorzubereiten.

00:25:47: Wir freuen uns.

00:25:48: wenn andere, die diesen Podcast hören sagen ich würde aber im Podcast auch gerne mal berichten und mich austauschen zu einem Thema aus der Hochschullehrung was mich sehr umtreibt dann kennen Sie kennt ihr die Wege zur Hochschuldidaktik Sachsen und zu diesem Trafuhrhaus-Podcast, um könnt uns gerne einen Hinweis geben.

00:26:08: Dir erstmal Anna vielen herzlichen Dank dass du uns Einblicke gegeben hast heute.

00:26:11: Danke euch für die Einladung.

Über diesen Podcast

Im Trafohaus//Lehre sprechen wir mit Lehrenden, Studierenden und Forschenden über ihre Lehrkonzepte, Erfahrungen, Forschungsergebnisse, Tipps und Tricks zum Lehren und Lernen an Hochschulen. In den Zeiten zwischen den Semestern ("vorlesungsfreie Zeit") sprechen wir vor allem mit Kolleg:innen des Third Space (Hochschuldidaktik, Lehrentwicklung, Hochschulmediendidaktik, ...).

Der Podcast läuft seit dem 9. April 2020. Im Durchschnitt veröffentlichen wir eine Folge pro Monat. Keine Folge ist länger als 30 Minuten.

Der Podcast wird von der Hochschuldidaktik Sachsen (HDS) produziert. Die HDS unterstützt mit ihren Angeboten Lehrende in Sachsen bei der Professionalisierung ihrer Lehrtätigkeit und dient der Gestaltung und der Verbesserung der Lehr- und Lernkultur an den Hochschulen Sachsens.

Wir freuen uns über Anregungen und Themenvorschläge per Mail an geschaeftsstelle@hd-sachsen.de!

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

von und mit Dr.in Claudia Bade

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